| Ein intimer Blick auf August Macke Von Angelika Röpcke, dpa |
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| Freitag, 08. April 2011 um 06:34 Uhr | ||
August Macke war ein Querdenker und scheute neue Wege nicht. Seine Familie inspirierte ihn dabei besonders. Der Künstler gilt als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. In Würzburg zeigt sich Macke von seiner privaten Seite.
Würzburg (dpa/lby) - Nachdenklich, erwachsen, immer wieder aber auch humorvoll, bisweilen verschmitzt: Mit Farben, Formen, Stilen und Motiven experimentierte August Macke (1887-1914) in seiner kurzen Schaffenszeit wie kaum ein anderer. Ehefrau Elisabeth inspirierte den Maler zeitlebens. «Elisabeth war Muse», wie Ina Ewers-Schultz am Donnerstag erzählt, die Kuratorin der Ausstellung «August Macke - ganz privat» im Würzburger Museum im Kulturspeicher. Elisabeth hatte aber auch Wünsche, vor allem nach mit Spitzenkragen besetzten Kleidern. Und so war es nicht ungewöhnlich, dass die Frau des Künstlers einen echten Macke auf dem Leib trug, wenn sie das Haus verließ.
Der Museumsbesucher darf von diesem Samstag (9. April) an einen intimen Blick auf das Leben des Künstlers werfen, der im Alter von nur 27 Jahren 1914 im Ersten Weltkrieg fiel. Eines wird dabei besonders deutlich: Familie und Freunde waren für den unkonventionellen Macke häufig Inspirationsquelle und Thema seiner Arbeiten.
Mehr als 150 Werke - ausschließlich aus Familienbesitz - werden bis zum 17. Juli gezeigt. Darunter sind zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Entwürfe und kunstgewerbliche Arbeiten. Mackes Schaffenskraft ist beeindruckend: Karikaturen, Aktbilder, Abstraktes, aber auch Plastiken - und immer wieder werden Familienmitglieder porträtiert. Seine beiden Söhne Walter und Wolfgang sind auf etlichen Bildern zu finden.
Die Werke stammen von vier Enkeln Mackes. Kuratorin Ewers-Schultz konnte eigens für die Schau in den Wohnungen der Leihgeber nach den passenden Exponaten suchen. «Ich durfte, was ich wollte, von den Wänden nehmen für diese Ausstellung.» Zahlreiche Stücke waren zuvor noch nie öffentlich gezeigt worden und sind nun unter dem Dach des umgebauten Getreidespeichers zu sehen.
Mit 16 beginnt Macke künstlerisch zu arbeiten. Anhand der chronologisch aufgebauten Ausstellung wird deutlich, wie sich er sich zu einem der bedeutendsten deutschen Expressionisten entwickelt. Beginnend mit dem Fliederstrauch, den er 1903 malt und der so gar nicht zum heute vorherrschenden Macke-Bild passen will. Es folgen leichte Bleistiftskizzen von der Oma, er greift banale Themen wie einen Umzug auf und macht sie bildwürdig. Aktmalerei, humorvolle Karikaturen mit kleinen Hunden bis hin zur Betonung von Fläche und Farbe in seinen Ölbildern. Und immer wieder Elisabeth: sitzend, schlafend, lesend, hochschwanger, bei der Arbeit.
Die Schau wurde bereits in Stade, Bonn und Freiburg präsentiert. Die Werke zeigen eindrucksvoll den Facettenreichtum des Querdenkers, der sich nicht nur in der Malerei verwirklichte. Bronzearbeiten, Skulpturen, Keramik-Entwürfe, Schalen und Stickereien - Macke drückte sich auch im Handwerk aus. «Dass, was er in Gemälden macht, taucht auch im Kunsthandwerk auf», erklärt die Kuratorin. Die Exponate werden mit Fotografien und Zitaten des Malers ergänzt und offenbaren einen Einblick in sein Leben.
Macke zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Moderne. Er suchte stets nach der neuen Ästhetik und war Mitglied der Künstlergruppe «Der blaue Reiter», zusammen mit Franz Marc und Wassily Kandinsky. Gerade mit Marc war Macke eng verbunden, der ihm sogleich einen Spitznamen verpasste: «August von der Farbe».
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