| Verborgene Schätze der Künstlerin Vollmoeller-Purrmann |
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| Sonntag, 10. April 2011 um 06:47 Uhr | ||
Bremen (dpa/lni) - Lang verborgene Schätze der Avantgarde-Malerin Mathilde Vollmoeller-Purrmann zeigt eine neue Ausstellung in Bremen. Im Paula Modersohn-Becker Museum werden von Sonntag an bis zum 3. Juli unter dem Titel «Fest der Farben» 38 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen präsentiert. Viele Jahre lang habe man geglaubt, dass die Künstlerin (1876-1943) nach ihrer Heirat das Malen aufgegeben habe und ein Großteil ihres Werks zerstört worden sei, sagte Kuratorin Simone Ewald am Freitag. Erst 1999 wurden die Arbeiten im Nachlass der jüngsten Tochter wiederentdeckt, die sie die ganze Zeit über unter Verschluss gehalten hatte. Insgesamt 360 Werke sind erhalten.
Die in der Ausstellung präsentierte Auswahl zeigt nach Angaben des Museums das besondere Gespür Vollmoeller-Purrmanns für Farbe und Komposition. Auch Rainer Maria Rilke habe die Malerin besonders für ihre «ruhige und nicht literarisch abgelenkte» Sicht auf die Kunst geschätzt. Vollmoeller-Purrmann war mit dem Dichter befreundet und bildete ihn um 1907 in Paris grafisch ab. Auch diese Darstellung ist in der Schau zu sehen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die in Stuttgart geborene Tochter eines Textilfabrikanten eine bedeutende Figur der künstlerischen Avantgarde. Begonnen hatte sie ihre Ausbildung in Berlin. In den drei Ausstellungsräumen ist der Wandel in ihrer Malerei deutlich nachzuverfolgen. In der Berliner Schaffensperiode sind die Farben noch wesentlich gedeckter. Doch als es die junge Frau wie viele Künstlerinnen ihrer Zeit nach Paris zieht und sie dort 1907 mehrmals die große Cézanne-Retrospektive besucht, werden ihre Werke viel leuchtender. «Die Farbpalette wird immer intensiver», erklärt Kuratorin Ewald.
1912 heiratete die Künstlerin ihren Kollegen Hans Purrmann. Als sie Kinder bekam, konzentrierte sich die Malerin auf detailreiche Aquarelle. Diese seien vor allem auf Reisen des Ehepaares entstanden, berichtete Ewald. «In diesen Bildern hat sie das Licht des Südens eingefangen.»
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