| Sammler schenkt Museum unbekannte Malerei von Reuter Von Winfried Wagner, dpa |
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| Dienstag, 12. April 2011 um 06:21 Uhr | ||
Der Dichter Fritz Reuter hat nicht nur Romane geschrieben, sondern sich auch als Maler versucht. In seiner Haftzeit erwarb er sich so Vergünstigungen. Ein Sammler hat dem Reuter-Museum in Stavenhagen jetzt ein bisher unbekanntes Pastell geschenkt.
Stavenhagen (dpa/mv) - Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen (Kreis Demmin) hat ein bisher unbekanntes Bild, das der Dichter um 1837 gemalt hat, geschenkt bekommen. Dabei handelt es sich um das Porträt von Reuters Mitgefangenem in der Festung Magdeburg, Carl Friedrich Wilhelm Jungklaaß, wie Museumsleiterin Cornelia Nenz am Montag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das Pastellbild gehöre zu einer Sammlung von Büchern, Souvenirs und mehr als 100 Postkarten zu Fritz Reuter (1810-1874), die ein aus Bayern stammender Privatmann dem Museum schenkte.
Das Porträt des Mitgefangenen ist etwas größer als ein A-4-Blatt, sagte Nenz, die von «einer Sternstunde für das Museum» sprach. Bekannt sei, dass Reuter als Autodidakt gemalt habe. Speziell aus seiner Zeit als Gefangener seien bisher sechs Porträts von Mithäftlingen oder Wärtern bekannt. Reuter war 1833 wegen Hochverrats verhaftet worden. Er saß sieben Jahre in Festungen, unter anderem in Magdeburg, Graudenz - dem heute polnischen Grudziadz - und in Dömitz.
Der private Sammler lebe inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern, habe seine Reuter-Sammlung vorwiegend über das Internet erworben und sie am Wochenende dem Museum überlassen, sagte Nenz. «Eine große Bereicherung für uns.» Dazu gehöre auch eine Kollektion von Geldscheinen mit dem Bildnis Reuters und eine Postkarte, die ein «Fritz-Reuter-Altenheim» im amerikanischen Newark im Bundesstaat New Jersey zeige, das es noch heute gibt. «Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen richtigen Reuter-Kult bis in die USA», erläuterte Nenz. Auswanderer verehrten den damals meistgelesenen deutschsprachigen Dichter. Newark wurde im 17. Jahrhundert von deutschen Auswanderern gegründet.
Reuter gilt als bekanntester Plattdeutsch-Dichter. An ihn und sein Werk erinnern Museen in seinem Geburtsort Stavenhagen sowie in Eisenach und Dömitz (Kreis Ludwigslust). Als sein Hauptwerk gilt das 712 Seiten starke Werk «Ut mine Stromtid» (Das Leben auf dem Lande), das von 1862 bis 1864 entstand. In dem dreibändigen Roman werden die Ereignisse in Mecklenburg zwischen 1828 und 1848 anschaulich und mit viel Humor beschrieben.
http://www.fritz-reuter-literaturmuseum.de
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