| Sinologe für klares Zeichen nach Ai Weiwei-Festnahme |
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| Dienstag, 12. April 2011 um 06:21 Uhr | ||
Erlangen (dpa) - Nach der Festnahme des regimekritischen chinesischen Künstlers Ai Weiwei fordert der Erlanger Sinologe Michael Lackner von Deutschland «ein klares Zeichen». «Ein Zeichen von deutscher Seite wäre wichtig», sagte Lackner der Nachrichtenagentur dpa am Montag in Erlangen. Lackner ist unter anderem für das Begleitprogramm der umstrittenen deutschen Ausstellung «Die Kunst der Aufklärung» im chinesischen Nationalmuseum in Peking verantwortlich. Wegen einer Erkrankung hatte er allerdings an den ersten beiden Begleitveranstaltungen nicht teilnehmen können.
Kritisch sehe er im Zusammenhang mit der Pekinger Ausstellung neben der Festnahme Ai Weiweis auch das Einreiseverbot für den deutschen Schriftstellers Tilman Spengler zur Ausstellungseröffnung. Was ihm im Fall Ai Weiwei zu denken gebe, sei der Umstand, dass der regimekritische Künstler erst kurz nach der Abreise von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) verhaftet worden sei. «Darin könnte man eine gewisse Koinzidenz (zeitliches Zusammentreffen) sehen: Die Chinesen haben damit Deutschland vorgeführt und dem Land die Grenzen aufgezeigt», kritisierte er.
Auch die Ausstellung selbst sieht Lackner kritisch: «Sie hätte von Anfang an museumspädagogisch besser begleitet werden müssen», meinte Lackner. «Die Ausstellung ist enorm subtil, und es stellt sich daher die Frage, ob ein einfacher Chinese sie versteht.» Allerdings bemühten sich Fachleute bereits um eine Nachbesserung. Trotzdem dürfe die Bedeutung der Ausstellung nicht überschätzt werden. Sie mache nur ein Zehntel der Ausstellungsfläche des Nationalmuseums aus und sei zudem die einzige, für die Eintritt verlangt werde. Die Besucherzahl halte sich daher in Grenzen.
An der derzeit im Peking gezeigten Ausstellung «Die Kunst der Aufklärung» sind die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München beteiligt. Daneben gibt es unter dem Titel «Aufklärung im Dialog» ein breites Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Wiederbelebung des gesellschaftlichen Salons.
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