| «European Media Art Festival» - Medienkunst in Osnabrück |
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| Mittwoch, 13. April 2011 um 04:34 Uhr | ||
Osnabrück (dpa/lni) - An Japan kommt die Medienkunst nicht vorbei. Das «European Media Art Festival» (EMAF) vom 27. April an, das in diesem Jahr unter dem schlichten Motto «This is Media Art» steht, reagiert allerdings nicht unmittelbar auf die Natur- und Reaktorkatastrophe. Der Themenschwerpunkt «Japanese Media Art Now» wurde für das 150-jährige Jubiläum der Deutsch-Japanischen Freundschaft entwickelt, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten. Daneben wartet das Festival, das 2011 über einen Etat von rund 410 000 Euro verfügt, mit zahlreichen Filmvorführungen, Ausstellungen, Vorträgen und einem neuen Preis für den besten Newcomer auf.
Unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse in Fukushima und mit Blick auf die zahlreichen japanischen Künstler, die bereits auf dem EMAF vertreten waren, spielt die Tagesaktualität für «Japanese Media Art Now» eine größere Rolle als geplant. Hektische Programmänderungen wollten die Veranstalter aber nicht vornehmen und setzen deshalb auf die gesamte Bandbreite japanischer Medienkunst. So werden in Osnabrück beispielsweise die bereits preisgekrönten Performances «Rheo» von Ryoichi Kurokawa und «Braun Tube Jazz Band» von Ei Wada gezeigt, die mit audiovisuellen Experimenten neue Maßstäbe setzen.
Auf dem EMAF gibt es rund 240 Arbeiten aus dem Bereich Medienkunst, darunter etwa 110 Filme, zu sehen. Insgesamt erreichten die Jury mehr als 2200 Einsendungen aus aller Welt - mit teilweise beträchtlichen Qualitätsunterschieden. «Manche Arbeiten setzen auf Themen und Techniken, die in der Kunst- und Filmgeschichte längst abgehandelt worden sind - zum Teil in den 50er und 60er Jahren», kritisierte Ralf Sausmikat, einer der drei Festivalleiter. «Da muss man auch einigen Hochschulen einen Vorwurf machen, die offenbar nicht genügend innovative Anreize bieten.»
In den positiv aufgefallenen und am Ende ausgewählten Filmbeiträgen spielen die Ereignisse in Nordafrika, aber auch soziale und ökologische Themen eine wichtige Rolle. Überhaupt scheinen politische Inhalte wieder vermehrt auf Interesse zu stoßen. So etwa in Volker Sattels Film «Unter Kontrolle», der im Mai in die Kinos. Drei Jahre lang beobachtete der Regisseur die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie in Deutschland.
«Filmemacher beschäftigen sich wieder häufiger mit dokumentarischen, sozial- und gesellschaftskritischen Themen und bevorzugen eine narrative Umsetzung«, sagte Ralf Sausmikat. Um neue Formen der Erzählkunst geht es folgerichtig in der Begleitausstellung «Planet M», die bis zum 29. Mai in der Kunsthalle Dominikanerkirche zu sehen ist.
Das EMAF lädt außerdem zu einem hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Kongress ein, der sich sowohl mit der Entwicklung des Kinos als auch mit dem Triumphzug der digitalen Medien beschäftigen wird.
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