| Rockenschaub bringt viel Farbe ins Kunstmusem Von Anita Pöhlig, dpa |
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| Montag, 18. April 2011 um 06:29 Uhr | ||
Wohin das Auge auch blickt: Hunderte von farbigen, je einen Quadratmeter große Zeichen wollen im Kunstmuseum Wolfsburg entdeckt und interpretiert werden. Der Künstler Gerwald Rockenschaub hat das riesige Wimmelbild voller Signets, Graffitis und Piktogrammen geschaffen.
Wolfsburg (dpa/lni) - Bunt, schrill, riesig - Gerwald Rockenschaub bringt mit einem einzigen Werk viel Farbe ins Kunstmuseum Wolfsburg. 66 Meter lang und elf Meter hoch ist die monumentale Installation. 385 etwa einen Quadratmeter große «Sujets» - Zeichen aus farbigen Klebefolien - hat der Künstler auf der großen Wand angeordnet. «Der Besucher kann in eine Flut aus bunten, piktogrammartigen Motiven eintauchen und erlebt dabei ein Stakkato visueller Reize», erläuterte Museumsdirektor Markus Brüderlin am Mittwoch bei der Vorstellung des Kunstwerks, das vom 16. April bis zum 4. September zu sehen ist.
Die 40 mal 40 Meter große und 16 Meter hohe Haupthalle des Museums ist fast vollkommen leergeräumt. Über zwei Seiten zieht sich das fast im rechten Winkel geknickte, monumentale Wandelement. Diagonal zum Bild steht eine Bank für die Besucher bereit. Von dort lässt sich viel, sehr viel entdecken. In dem einem Wimmelbild für Kinder nicht unähnlichen Werk sind Flaschen, Bänke, Figuren, Blumen, Autos klar zu erkennen. Andere «Sujets» könnten einen Hund, eine Malerpalette, ein Essenstablett oder aber nur eine abstrakte Form darstellen, wieder andere sind einfach nur Punkte, Striche oder Quadrate. Auch in der oberen Etage sind weitere Einzelheiten zu sehen.
«Multidial» nennt Rockenschaub sein eigens für Wolfsburg entworfenes Werk. «Es sagt viel über die Ökonomie der Wahrnehmung in unserer medialisierten Alltagswelt aus, die scheinbar alle Möglichkeiten und wählbaren Optionen offenlässt», interpretiert Brüderlin.
Die einzelnen Motive entwirft der Künstler am Computer. Später werden sie auf Folien übertragen, die dann wiederum auf die Wand geklebt werden. «Das ist alles durchkomponiert, Zufälle gibt es nicht», versicherte der 1952 im österreichischen Linz geborene und jetzt in Berlin lebende Künstler. In einem Modell im Maßstab 1:10 hat er die Anordnung in einem Raster auf den Millimeter festgelegt. Die Inhalte seines Werks sind teils neu, teils älter. Die älteren habe er allerdings in Form und Farbe geändert und so der Wolfsburger Installation angepasst.
Der Künstler zeigte sich von den Maßen seines Werkes selbst wenig beeindruckt: «Es ist so groß wie es groß ist», sagte er. Nicht er, sondern der Raum habe die Größe vorgeben. Für die Architektur des vor 17 Jahren vom Hamburger Architekten Peter Schweger entworfenen Baus findet er denn aber viel Lob: Die Großzügigkeit, der Charakter einer Piazza, das sei schon reizvoll, bemerkte er.
Es ist nicht das erste «Wolfsburger Hallenprojekt». Seit 1995 nutzten Gilbert&George, Lawrence Weiner, Olaf Eliasson, Douglas Gordon und zuletzt von James Turell die Halle für spektakuläre Großprojekte. «Meiner Meinung nach ist auch <multidial> so wie die vorangegangenen Hallenprojekte eine Hommage an diesen Bau, der solche ehrgeizigen Unternehmungen erst möglich macht», sagte Brüderlin.
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