| Entscheidung über Zukunft von Droste-Stammsitz |
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| Montag, 18. April 2011 um 06:29 Uhr | ||
Münster/Havixbeck (dpa/lnw) - Wie es mit dem Stammsitz der bekanntesten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) in Zukunft weitergeht, entscheidet sich an diesem Freitag. Dann wird der zuständige Ausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster über öffentliche Fördergelder für eine Stiftung abstimmen. Die Mehrheit gilt keinesfalls als gesichert. Sollte das Vorhaben scheitern, droht die Wasserburg nach Befürchtung der Kulturszene zum Spekulantenobjekt zu werden, die Öffentlichkeit wäre dann ausgeschlossen. Jährlich kommen mehr als 100 000 Besucher. «Da steht eine Grundsatzentscheidung an», sagte ein LWL-Sprecher.
Die Burg Hülshoff in Havixbeck, Geburtsort der Droste, soll langfristig zu einem Literaturzentrum ausgebaut werden. Die Pläne drehen sich aber zunächst darum, dass die Einrichtung überhaupt zugänglich bleibt. Dafür sind einem Gutachten zufolge 20,3 Millionen Euro nötig. Vier Millionen Euro soll die Kulturstiftung des LWL zur Verfügung stellen. Sobald diese Förderung in trockenen Tüchern ist, soll das Land dieselbe Summe zur Verfügung stellen. Das hatte der ehemalige Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) noch in seiner Amtszeit zugesagt. Weitere 10 Millionen bieten Kommunen und private Sponsoren an. Dann bliebe nur noch eine Lücke von 2,3 Millionen Euro.
Im Landschaftsausschuss des LWL besitzt eine Ampelkoalition eine «Gestaltungsmehrheit». Dieses Bündnis ist nach Medienberichten aber uneins. Während SPD und FDP für die Förderung des Droste-Sitzes sind, sollen die Grünen demnach eher skeptisch sein. Sie befürchten ein Fass ohne Boden und verweisen auf Erfahrungen mit dem Klostermuseum im ostwestfälischen Dalheim. Droste-Hülshoff ist bis heute die bekannteste deutschsprachige Dichterin. Sie schrieb zum Beispiel die Novelle «Die Judenbuche» (1842), die zum Kanon vieler Schulen zählt.
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