| Lehmann für Kulturarbeit in schwierigen Ländern |
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| Montag, 18. April 2011 um 06:29 Uhr | ||
Köln (dpa) - In der China-Debatte hat sich der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, dagegen ausgesprochen, die deutsche Kunstausstellung in Peking zu schließen. «Ich bin ein großer Verfechter von Möglichkeiten, auch in schwierige Länder mit kulturellen Auftritten zu gehen. Wenn man jetzt zurückzieht, dann ist nichts gewonnen», sagte Lehmann am Sonntag in einem Interview des Deutschlandfunks.
Nach der Verhaftung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei unmittelbar nach Eröffnung der Schau «Die Kunst der Aufklärung» in Peking wird in Deutschland diskutiert, die Ausstellung vorzeitig zu beenden. Der Regimekritiker war am 3. April festgenommen worden; seitdem gibt es kein Lebenszeichen von ihm.
Nach Worten von Lehmann geht es beim Kulturaustausch allerdings nicht um einen «Wandel durch Annäherung». Er betonte: «Kultur ist etwas Eigenständiges und Eigenwilliges, deshalb heißt für mich Kulturdialog auch immer, das eigene Profil zu zeigen.»
Lehmann schreibt der Kultur auch in Ländern mit diktatorischen Regimen große Bedeutung zu. «Viele gesellschaftliche Entwicklungen sind über die Kunst enttabuisiert worden. In Deutschland gilt das für die Erinnerungskultur, aber auch Ai Weiwei bestreitet diese Entwicklungen in einer Weise, die ich großartig finde», sagte er.
Nordafrika ist nach Darstellung von Lehmann ein gutes Beispiel für den Erfolg solcher «fairen und offenen» Kulturarbeit. «Wir haben sehr viele Reaktionen aus diesem Raum. Wenn man liest, wie stark die Kultur empfunden wird als ein Faktor, der diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat, dann sieht man, es hilft diesen Menschen ungemein, (.) weil Kultur auch ein Waffe sein kann.»
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