| Unbehaun: Auch Museen und Bibliotheken plagen Finanznöte Gespräch: Andreas Hummel, dpa |
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| Mittwoch, 27. April 2011 um 06:33 Uhr | ||
Theater und Orchester ringen derzeit um ihre künftigen Zuschüsse, aber auch Museen werden von Geldsorgen geplagt. Es fehlt oftmals an Personal. Laut Kulturrats-Vize Lutz Unbehaun fehlt es auch an Geld für Restaurierungen und Ankäufe.
Rudolstadt (dpa/th) - Eine Gesamtbetrachtung des Kulturraumes Thüringen hat der Direktor des Landesmuseums Heidecksburg, Lutz Unbehaun, angemahnt. «Wir müssen auch über die Bibliotheken und Museen reden», sagte er angesichts der laufenden Finanzdebatte für Theater und Orchester in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Die Museen haben nach wie vor dramatische finanzielle Probleme und auch die Bibliotheken haben zu kämpfen.» Von einer Schaffung einzelner Kulturräume hält der Vizepräsident des Kulturrates Thüringen nichts. «Aus meiner Sicht ist Thüringen ein Kulturraum.»
Laut Unbehaun fehlt es vielen Museen an Geld für Personal und dringend notwendige Arbeiten am Bestand. Oftmals seien Stellen ausgelaufen und nicht neu besetzt worden. «Die Museen schieben einen regelrechten Restaurierungsstau vor sich her.» Er forderte, die Lasten auf breitere Schultern zu verteilen. Es müssten sich alle gleichermaßen solidarisch an den Kosten beteiligen. «Wie das genau organisiert wird, ist Aufgabe der Politik.» Das Land Thüringen fördert die hiesigen Museen 2011 mit mehr als acht Millionen Euro.
Das Museum Heidecksburg hat im vergangenen Jahr rund 103 000 Besucher angelockt und ist damit laut Unbehaun das fünftgrößte Museum Thüringens. «Das ist ein respektables Ergebnis, das wir in diesem Jahr festigen und leicht steigern wollen.»
Auf dem Programm 2011 steht eine Schau mit Pflanzenaquarellen des Arnstädter Arztes Johann Heinrich Tiemeroth (1699-1768), die am 15. Mai eröffnet wird. Gezeigt werden Arbeiten aus der Bibliothek des Naturhistorischen Museums. «Daran wird deutlich, wie eng verbunden Kunst und Naturwissenschaft im 18. Jahrhundert waren», erklärte Unbehaun. Eine andere Ausstellung präsentiert Landschaftszeichnungen und Aquarelle der Fürstin Caroline Louise von Schwarzburg-Rudolstadt.
Darüber hinaus befassen sich Unbehaun und sein Team weiter mit der Zeughaus-Ausstellung auf Schloss Schwarzburg, die 2015 öffnen soll. Nach der Sanierung des Zeughauses soll dort die fürstliche Waffensammlung nach historischem Vorbild präsentiert werden: Unten die Mannschaftsbewaffnung, oben die fürstlichen Prunkwaffen. «Das ist eine große Möglichkeit, die Region als Ausflugsziel und Urlaubsgebiet aufzuwerten», konstatierte Unbehaun. Den Investitionsbedarf für die museale Ausstattung samt weiterer Restaurierungen einzelner Exponate bezifferte er auf 1,7 Millionen Euro. Das Ganze soll als eine Art begehbare Vitrine eingerichtet werden.
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