| Kunstauktion Ahrenshoop erzielt Rekorderlös |
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| Dienstag, 09. August 2011 um 06:49 Uhr | ||
Bieterrennen bei der traditionsreichen Kunstauktion Ahrenshoop: Am Ende stand die Rekordsumme von 440 000 Euro. Mehr als 90 Prozent der 140 Arbeiten haben nun einen neuen Besitzer.
Ahrenshoop (dpa) - Rekorderlös bei der traditionsreichen Kunstauktion Ahrenshoop (Mecklenburg-Vorpommern): Rund 440 000 Euro wurden erzielt. Dabei wechselten am Samstagabend mehr als 90 Prozent aller 140 Arbeiten den Besitzer. Über 300 Kunstinteressierte zog es in den kleinen Ort auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Selbst Stehplätze waren knapp, einige blieben draußen und boten durch die geöffneten Fenster mit - zumindest bis der Regen kam.
Bei 25 000 Euro erhielt ein Telefonanbieter den Zuschlag für das avantgardistische Werk «Strand» des Malers Ulrich Knispel (1911-1978). Das Gemälde besitzt kunsthistorischen Wert. Es entstand 1951 bei einem Studienaufenthalt des Kunstprofessors in Ahrenshoop und wurde als systemfremd und formalistisch von der DDR-Führung abgelehnt. Knispel entzog sich einer möglichen Verhaftung durch Flucht nach Westberlin.
«Es sind die Geschichten und besonderen Motive, die ein Werk für Kunstsammler interessant machen», sagte Auktionator Guenter Roese. «Ahrenshoop hat es in den vergangenen fünf Jahren geschafft, bundesweit und international Aufmerksamkeit zu erlangen.»
Begehrt waren die abstrakten Arbeiten und sommerlichen Stimmungsbilder eines Hans Kinder (1900-1986) oder Edmund Kesting (1892-1970), sie erzielten oft ein Mehrfaches des Schätzpreises. Das kleine Aquarell «Lichtspiel der Buhnen» von Kesting, der als vielseitigster Wegbereiter experimenteller Kunst des 20. Jahrhunderts gilt, kam für 6500 Euro unter den Hammer.
Besonders gefragt waren bei den Kunstsammlern wie in jedem Jahr die Arbeiten der Gründer der Künstlerkolonie. Die feinen und zugleich reizvollen Landschaftsbilder der Elisabeth von Eicken (1862-1940) entfachten wahre Bieterschlachten.
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