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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Zero-Künstler Heinz Mack lässt seine Hand sprechen Von Christiane Gläser, dpa PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 09. August 2011 um 06:49 Uhr

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Heinz Mack hat die Kunst der Nachkriegszeit auf eine neue Ebene gehoben. Sie wurde experimenteller. Mack selbst schuf riesige Lichtstelen und wurde international bekannt. Weniger bekannt sind seine Zeichnungen. Diesen widmet sich nun ein Museum in Würzburg.

 

Würzburg (dpa/lby) - Normalerweise tritt man bei großflächigen Bildern in einem Museum eher einen Schritt zurück, damit das Kunstwerk in seiner Gesamtheit besser wirken kann. Bei den großflächigen Zeichnungen des Zero-Künstlers Heinz Mack lohnt es sich jedoch, einen Schritt nach vorn zu gehen: Je näher der Betrachter zu den Exponaten kommt, desto eher entdeckt er die Raffinesse von Macks Kunst. Die Zeichnungen haben - obwohl er Tusche, Pastellkreide, Bleistift und Farbe und Sprühdosen nutzt - ungewöhnlich erhabene Strukturen. Erhöhungen und Vertiefungen, die erst von nahem sichtbar werden. Das Museum im Kulturspeicher in Würzburg zeigt von Samstag (6. August) an diese außergewöhnlichen Werke des 80 Jahre alten Hessen in der Ausstellung «Heinz Mack - Die Sprache meiner Hand».

 

Der Name Mack steht in der Kunst in erster Linie für schlanke Stelen und Metallreliefs. «Heinz Mack spielt in seinen Werken mit hell und dunkel. Es geht um Licht und Schatten, Vibration und Dynamik», sagt Museumsdirektion Marlene Lauter. Das gelte sowohl für seine Installationen im öffentlichen Raum als auch für seine Zeichnungen. Die seien zwar weniger bekannt, dafür aber nicht weniger bedeutsam. Mack selbst sagt über seine Werke auf Papier: «Jede Zeichnung ist eine Art Signatur, so wie mein Fingerabdruck.»

 

Mack lasse gern Musik laufen, während er an seinen Werken arbeite, weiß Lauter. Der Rhythmus dieser Klänge mischt sich auch in seine Zeichnungen. Wie Seismographen geben die harten Linien seiner in Tusche getauchten Rohrfeder eine weiche und gleichmäßige Struktur vor. Diesen Stil nutzte Mack vor allem in seinen ersten Jahren. Das erkennt das Publikum beim Rundgang durch die nach Schaffenszeit und Zeichentechnik angeordneten Ausstellung. 70 zum größten Teil unveröffentlichte Bilder zeigen einen Querschnitt seiner Zeichenkunst. Später setzte er ganz auf die sogenannte Frottagen-Technik und damit auf Struktur.

 

Bei der Frottagen-Technik entstehen Bilder dadurch, dass unter dem Papier ein anderer Gegenstand liegt und dieser durch Abreiben mit Kreide oder Bleistift auf das Papier übertragen wird. Ein Großteil seiner in Würzburg ausgestellten Zeichnungen sind auf diese Art entstanden. Auch heute noch setzt er diese Technik ein. Die frühesten Werke der Exposition sind nur wenige Monate alt.

 

Weitere Fingerabdrücke hat der in Mönchengladbach und Ibiza lebende Hesse auch international hinterlassen. Als Mitbegründer der 1957 entstandenen Zero-Gruppe gaben er und Nagelkünstler Günther Uecker sowie Lichtkünstler Otto Piene der Nachkriegskunst eine völlig neue Richtung. Zweimal nahm der noch immer aktive Künstler an der documenta teil. Seine monumentalen Lichtstelen standen bereits im Sand der arabischen Wüste. Weitere Skulpturen zieren unter anderem Plätze in Stuttgart, München, Berlin und Köln. Die Werke der Zero-Gruppe, die sich 1966 wieder auflöste, werden auf dem Kunstmarkt zurzeit hoch gehandelt.

 

Macks Werke fanden bereits Raum in etwa 4000 Ausstellungen, sagt Lauter. Doch erst drei davon befassten sich ausschließlich mit seinen Zeichnungen. «Heinz Mack - Die Sprache meiner Hand» ist in Kooperation mit der Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf entstanden. Nachdem sie zunächst dort gezeigt wurde, ist sie nun bis zum 9. Oktober 2011 in Würzburg beheimatet.

 



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