| Landeshauptstadt verrechnet sich bei Museumsbau |
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| Mittwoch, 10. August 2011 um 07:05 Uhr | ||
Hannover (dpa/lni) - Ein Rechenfehler bringt die 25 Millionen Euro teure Erweiterung des renommierten Sprengel Museums Hannover ins Stocken. Bei dem Projekt vergaß die niedersächsische Landeshauptstadt nach dpa-Informationen, den üblichen Index für steigende Baukosten wie Löhne oder Material einzuberechnen. Damit fehlen für das Projekt mindestens 2,5 Millionen Euro. Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) sieht die Stadt in der Pflicht, möglichst schnell den Fehler auszubügeln. «In einem Briefwechsel an den Oberbürgermeister hat die Ministerin klar zum Ausdruck gebracht, dass einiges optimiert werden muss», sagte Ministeriumssprecher Rüdiger Fischer am Dienstag.
Die Stadt als Bauherrin machte zu den Kosten am Dienstag keine Angaben. «Es gibt Gespräche zwischen Frau Wanka und Herrn Weil. Darin geht es auch um den Kostenrahmen und einen neuen Entwurf», sagte Stadtsprecherin Anja Menge. Es herrsche Einvernehmen zwischen Stadt und Land, dass das Projekt fortgesetzt werden solle. Das Museum benötigt den Anbau, um seine hochkarätige Sammlung mit Meisterwerken der Klassischen Moderne besser zu präsentieren. In den örtlichen Medien gibt es seit Tagen eine Debatte um die Finanzierungslücke bei dem ehrgeizigen Projekt.
Nach den Planungen beteiligen sich Stadt und Land mit jeweils fünf Millionen Euro an den Kosten von insgesamt 25 Millionen Euro für den Anbau. Zehn Millionen Euro sollen aus dem EFRE-Fördertopf der Europäischen Union fließen, weitere fünf Millionen durch private Sponsoren eingeworben werden. Das Land habe auch eine Gesamtverantwortung für die effektive Verwendung der Strukturfördergelder der EU, betonte Ministeriumssprecher Fischer: «Für uns ist es wichtig, dass hier die Fristen eingehalten werden.»
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) favorisiert mittlerweile einen Alternativentwurf des Schweizer Architektenbüros Meili+Peter, das den Architekturwettbewerb für den Anbau gewonnen hatte. Demnach soll anstelle der verspiegelten Glasfassade eine Sichtbetonfassade entstehen. Das Land will sich dagegen die Entscheidung über die Fassade offenlassen. Es sei überhaupt nicht klar, ob eine Sichtbeton-Fassade überhaupt Einsparungen bringen würde, sagte Fischer. Wie die gesamte Finanzierungslücke geschlossen werden kann, ist noch völlig offen.
Bereits bei den Planungen für das Museum im Schloss Herrenhausen, das bis Ende 2013 wieder aufgebaut wird, war der Stadt Hannover ein peinlicher Rechenfehler unterlaufen. Hier hatten sich unter anderem die geplanten Personalkosten mehr als verdoppelt, weil zunächst Nebenkosten nicht berücksichtigt worden waren. Wochenlang stand Kulturdezernentin Marlis Drevermann im Zentrum der Kritik.
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