| Privates Engagement ist für die Kultur unverzichtbar Von Simona Block, dpa |
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| Donnerstag, 11. August 2011 um 06:58 Uhr | ||
Ohne privates Engagement wäre vieles in deutschen Kunst- und Kultureinrichtungen nicht mehr finanzierbar. Das klassische Mäzenatentum aber ist eher die Ausnahme. Dafür wächst das Engagement von Stiftungen, Freundeskreisen und Partnern aus der Wirtschaft.
Berlin (dpa) - Kulturelle Einrichtungen in Deutschland profitieren immer stärker vom gesellschaftlichen Engagement. Waren es in vergangenen Jahrhunderten überwiegend Vermögende, die Künstler und Sammlungen unterstützten, tragen nun vermehrt auch Stiftungen, Vereine und Freundeskreise Verantwortung für Museen, Theater und Orchester. Für eine langfristige und verlässliche Unterstützung gehen diese auch Partnerschaften mit Unternehmen ein. «Das klassische Mäzenatentum hat nicht zugenommen, der Mäzen ist eher die Ausnahme», sagt der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Volker Rodekamp.
Angesichts von Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand ist die Hilfe aus der Gesellschaft unentbehrlich für den Erhalt der kulturellen Substanz und die Entwicklung von Kultureinrichtungen. Stiftungen und Sponsoren sorgen für umjubelte Aufführungen in Opern, hochkarätig besetzte Festspiele, die Ausbildung musikalischen und künstlerischen Nachwuchses, bedeutende Ausstellungen oder Restaurierungen. Sie finanzieren Forschungsprojekte, Stipendien oder Kompositionen, leihen und schenken Kunstwerke oder geben ihre Sammlungen in öffentliche Hände.
«Ohne Drittmittel könnten manche Museen keinen Ankauf tätigen», sagt Rodekamp, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig ist. Sammler wie die Pietzschs oder Flick gaben ihre einzigartigen Kollektionen oder Teile davon als Leihgaben oder Schenkungen in Museen. Andere wie Heinz Berggruen oder Frieder Burda sorgten zugleich für deren angemessene Unterbringung. «Es ist wichtig, sein Glück auch weiterzugeben», sagt Burda.
«Mäzene in klassischem Sinne verlangen in der Regel keine direkte Gegenleistung und erwarten keinen geschäftlichen Nutzen», sagt Rodekamp. Diese selbstlosen Gönner, die geehrt werden oder anonym bleiben wollen, treibe meist die Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt und die Affinität zur Kunst. «Wir brauchen die Kooperationen zwischen privaten Sammlern und öffentlichen Museen», sagt Kulturstaatsminister Bernd Neumann. «Mäzenatentum ist für uns alle und in aller Regel ein Glücksfall.»
Partnerschaften von Kultureinrichtungen, Kooperationen mit der Wirtschaft und mit privaten Geldgebern nehmen zu. Firmen nutzen dies zu Werbezwecken und entwickelten damit ihr kulturnahes Image, sagt Rodekamp. Da gilt es, klug Grenzen zu setzen, um eine eventuell unerwünschte inhaltliche Einflussnahme zu verhindern.
Auch die Orchester- und Theaterlandschaft setzt auf Sponsoren und Partner. So ermöglicht die Deutsche Bank wichtige Projekte der Berliner Philharmoniker, sagt der Chef der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens. Viele Festivals rechneten fest mit der Unterstützung von Förderern. Doch Mäzene seien in diesem Bereich eher die Ausnahme. «Das liegt vielleicht auch an der Flüchtigkeit der Kunstform. Ein Konzert verklingt, ein Bild besteht.»
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