| Grenzenloser Kunstgenuss - Projekt mit Polen |
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| Dienstag, 23. August 2011 um 09:49 Uhr | ||
Kunst kennt keine Grenzen. In der deutsch-polnischen Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec nimmt ein Projekt den Spruch jetzt wörtlich. Auf beiden Seiten der Neiße geht es um zeitgenössische Kunst aus Polen.
Görlitz (dpa/sn) - Mit einem grenzüberschreitenden Kunstspaziergang beginnt am 2. September das Projekt art@via-regia.pl in Görlitz. Es soll bis Ende Oktober zu einer Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst aus Polen anregen, teilte der Veranstalter am Donnerstag in Görlitz mit. Insgesamt sind drei Ausstellungen, eine Lesung und ein Konzert in der deutsch-polnischen Grenzstadt an der Neiße geplant. Das Projekt gehört zum Begleitprogramm der 3. Sächsischen Landesausstellung «Via regia», bei der sich alles um den gleichnamigen alten Handelsweg dreht. Daran knüpfen auch die Organisatoren von art@via-regia.pl an. Sie wollen Kunst von Ost nach West in Bewegung bringen und den kulturellen Transfer beleben.
Der Spaziergang zur Eröffnung verbindet die einzelnen Stationen auf deutscher und polnischer Seite miteinander. Der Weg führt von der NeisseGalerie in Görlitz über einen Elektronikmarkt, die Strassburg-Passage und das Museum der Fotografie zum Dom Kultury in Zgorzelec. Zu dem Vorhaben gehört auch die Ausstellung «Bewegung und Begegnung», bei der sich Künstler aus dem Umfeld der Akademie der Schönen Künste Wroclaw an verschiedenen Orten vorstellen.
Am 16. September widmet sich ein Leseabend dem Werk des polnischen Dichters Tadeusz Rózewicz. In seinem Heimatland gilt der in Wroclaw (Breslau) lebende Autor als bedeutendster zeitgenössischer Lyriker und Dramatiker. Zugleich ist er einer der meistübersetzten Autoren Polens im deutschsprachigen Raum. Immer wieder wird Rózewicz für den Literaturnobelpreis gehandelt. Aus Anlass seines 90. Geburtstages am 9. Oktober haben die Stadt Wroclaw und die Woiwodschaft Niederschlesien 2011 als Rózewicz-Jahr ausgerufen.
Ein Gedichtzyklus des polnischen Literaturnobelpreisträgers Czeslaw Milosz (1911-2004) steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Dom Kultury in Zgorzelec. Die Schau «Welt. Naive Poeme» (3.-31. Oktober) kombiniert auf 21 Tafeln Verse aus dem Jahr 1943 mit Fotos sowie ausgewählten Zitaten des Dichters. An den Komponisten Witold Szalonek (1927-2001) erinnert ein Konzert am 14. Oktober im Görlitzer Theater. Das Sound Factory Orchestra der Musikakademie «Karol Lipinski» aus Wroclaw spielt Werke zum 10. Todestag des Künstlers.
Art@via-regia.pl ist ein Projekt des Görlitzer Vereins SAPOS - Soziales Arbeitsprojekt Ostsachsen. Es wird gefördert von der Stadt Wroclaw, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Stadt Görlitz und der Stadt Zgorzelec. Schon in den zurückliegenden Jahren hatte der Verein kulturelle Fäden über die Grenze hinweg geknüpft, etwa 2010 bei «Hallo Wroclaw 2016». Damals präsentierten sich mehr als 20 junge Künstler der Breslauer Akademie in Görlitz und Zgorzelec mit ihren Werken.
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