| Israelisch-Deutsches Orchester eröffnet Kunstfest |
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| Dienstag, 23. August 2011 um 09:49 Uhr | ||
Weimar (dpa/th) - Studenten aus Jerusalem und Weimar setzen zum traditionellen Kunstfest-Eröffnungskonzert «Gedächtnis Buchenwald» ein Zeichen der Völkerverständigung. Für die 61 Mitglieder des Young Philharmonics Orchestra Jerusalem-Weimar, die seit einer Woche zusammen proben, wird es am Freitag die Feuertaufe sein. «Sie spielen Stücke, in die die Trauer eingeschrieben ist», sagte Kunstfestchefin Nike Wagner am Donnerstag in Weimar.
Der Résistance-Kämpfer und Buchenwald-Überlebende Stéphane Hessel wird in seiner Rede an die 56 000 Toten in dem Lager erinnern. Das Kunstfest unter dem Motto «Vision» bietet bis zum 11. September knapp 40 Konzerte, Tanz, Theater, Diskussion und Filme.
Schwerpunkt des Festivals ist der 200. Geburtstag und 125. Todestag des Musikers und Komponisten Franz Liszt, der in Weimar seine wichtigsten Werke schrieb. Ihre «Visionen» zu Liszt haben sieben europäische Komponisten in sieben Werken dargestellt. Die Komponisten, unter ihnen der Deutsche Steffen Schleiermacher, vertreten die Länder, in denen Liszt viel gelebt oder gewirkt hat: Frankreich, Österreich, Italien, Deutschland, Polen, Russland, Schweiz. «Ohne Visionen sind keine künstlerischen und wirtschaftlichen Leistungen, keine Projektionen in die Zukunft möglich», sagte Nike Wagner, die Ururenkelin von Liszt und Urenkelin von Richard Wagner.
Visionen habe vor 20 Jahren auch das Weimarer Dreieck mit den Außenministern von Frankreich, Polen und Deutschland verkörpert. An dieses intellektuelle Gipfeltreffen werden am 26. August der frühere französische Minister Jack Lang, der polnische Publizist Adam Michnik und die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan erinnern und hinterfragen, was der «Nachbarschaftspakt» erreicht hat.
Europäisch geht es auch am 28. August, dem 262. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes, zu. Die Ungarische Nationalphilharmonie spielt von Berlioz «La Damnation de Faust». Das Goethe-Institut München verleiht in Zusammenarbeit mit dem Kunstfest seine Goethe-Medaillen 2011 an Persönlichkeiten Europas, die sich für den kulturellen Dialog einsetzen. Auch die TanzMedienAkademie mit jungen Medienkünstlern und Tänzern aus den drei Ländern wird in ihrem Projekt «Raum in Bewegung» der Vision des Weimarer Dreiecks nachspüren.
Zu einer musikalischen Zeitreise lädt das Orchester Anima Eterna ein, das Werke von Liszt und dessen Schwiegersohn Richard Wagner spielen wird. Der junge Kit Armstrong wird außerdem auf Original-Liszt-Flügeln Werke des Lutheraners Johann Sebastian Bach und des Katholiken Franz Liszt vereinen. Der kanadische Pianist Louis Lortie spielt - in veränderter Reihenfolge - den gesamten Zyklus der «Années de pèlerinage».
Pianist Anatol Ugorski und Schauspieler Hanns Zischler werden zusammen die Liszt-Melodramen aufführen. Das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch gastiert mit dem 1989 entstandenen Stück «Palermo». Und das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) Karlsruhe präsentiert im Neuen Museum die eigens für das Kunstfest konzipierte Ausstellung «Vision. Das Sehen». ## Service - Kartenverkauf: Tourist-Information Weimar, +49 3643 745745 oder online unter www.kunstfest-weimar.de
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