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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Markus Schinwald inszeniert Zwänge des Körpers PDF Drucken E-Mail
Freitag, 26. August 2011 um 04:24 Uhr

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Hannover (dpa/lni) - Skulpturen aus Chippendale-Tischbeinen, eine Marionette ohne Brust und lebende Fische, die durch Architektur-Modelle schwimmen: Der österreichische Künstler Markus Schinwald hat für die am Samstag beginnende Ausstellung «Orient» im Kunstverein Hannover einen Parcours entwickelt, der sich mit den Zwängen des Körpers beschäftigt. «Mir geht es darum, dass zwei starke Stimmungen aufeinandertreffen: Pathos und Ironie», sagte der 38-jährige Schinwald am Donnerstag. Er zählt zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern Österreichs und bespielt derzeit den österreichischen Pavillon der 54. Biennale in Venedig. Die Schau in Hannover ist bis zum 6. November zu sehen.

 

«Markus Schinwald hat eine unverwechselbare künstlerische Sprache entwickelt, die den Körper und die Psyche des Menschen in den Blick nimmt», sagte der Direktor des Kunstvereins, René Zechlin. Mit Leichtigkeit verbindet der gebürtige Salzburger Skulpturen, Gemälde, Videofilme und bühnenartige Installationen. Humorvoll bricht er konventionelle Sehgewohnheiten.

 

Bekannt wurde der in Wien und New York lebende Künstler mit verfremdeten alten Ölgemälden. In Hannover zeigt er Stiche, die an Porträts aus dem 19. Jahrhundert angelehnt sind. Schinwald bearbeitete die teils auf Flohmärkten gekauften Vorlagen am Computer. Dabei verschwinden die Köpfe der honorigen Herren und Damen hinter kunstvoll drapierten Stoffbahnen: Die Hülle wird zum Gesicht. «Die gewöhnliche Balance zwischen Ding und Mensch wird außer Kraft gesetzt», sagte Kuratorin Ute Stuffer.

 

In dem neunminütigen Film «Orient» bewegen sich fünf gut gekleidete Männer und Frauen zu elegischen Klängen in einem alten Industriegebäude. Das Jucken einer Frau am Hals wird plötzlich zur zwanghaften Marotte. Ein Herr kämpft mit seinem in der Wand feststeckenden Stiefel. «Mich interessiert der Kampf des einen Körperteils mit dem anderen», meinte Schinwald.

 

Auch seine allererste Arbeit, das «Jubelhemd», ist in der bis zum 9. November laufenden Schau präsent. Bei dem weißen Herrenhemd sind die Ärmel verkehrt herum angenäht, so dass der Träger in eine Pose mit erhobenen Armen gepresst wird. «Es zwingt einen in Jubelhaltung, gleichzeitig ist es eine Geste der Kapitulation», erklärte Schinwald. Das Jubelhemd wird zur Zwangsjacke - passend zu den Latexmatratzen an den Wänden dieses Raumes.

 

 

www.kunstverein-hannover.de

 



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