| Museum für Caspar David Friedrich steht in den Sternen |
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| Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 05:19 Uhr | ||
Von Martina Rathke, dpa Der Romantiker Caspar David Friedrich machte mit seinen Bildern die Kreidefelsen Rügens weltberühmt. Jetzt gibt es Wirrwarr um die Finanzierung eines geplanten Museums. Die Ankündigung, dass das Land sich nicht beteiligt, sorgt in Greifswald für Überraschung.
Greifswald (dpa/mv) - Der Bau eines Museums für Caspar David Friedrich (1774-1840) in seiner Geburtsstadt Greifswald ist unsicherer denn je. Das Land beteiligt sich eigenen Angaben zufolge weder an den Bau-, noch an den laufenden Betriebskosten. Der Bau des rund zehn Millionen Euro teuren Museums, in dem die Originalwerke des berühmten Romantikers gezeigt werden sollten, sollte ursprünglich aus Mitteln des Bundes, Landes und der Stadt finanziert werden.
Eine Beteiligung des Landes an den Betriebskosten gehöre «im Sinne der nötigen Prioritätensetzung derzeit nicht zu den Aufgaben, die vordringlich zu bewältigen sind», teilte das Bildungsministerium am Mittwoch auf dpa-Anfrage mit. Auch sei das Projekt nicht im Haushaltsentwurf des Landes für 2012/2013 enthalten.
Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) reagierte überrascht auf die Aussagen des Landes. Noch am 17. November habe das Land am Rande der Stiftungsratssitzung des Pommerschen Landesmuseum versichert, dass der Bau im Haushaltsentwurf enthalten sei, sagte er. «Von daher bin ich jetzt sehr erstaunt.» Er appellierte an das Land, sich an dem Projekt zu beteiligen. Friedrich, der seine Kindheit und Jugend in Greifswald verbrachte, sei kein Lokalkünstler, er werde in den USA, Japan und Schweden gleichermaßen geliebt. «Mit seinen Gemälden hat Friedrich die Schönheit der gesamten mecklenburg-vorpommerschen Küstenregion in die Welt getragen.»
Mit einer fehlenden Co-Finanzierung des Landes dürfte es schwer fallen, das Bundesförderprogramm «Investitionen in nationale Kultureinrichtungen» zu nutzen, das im Jahr 2013 ausläuft. Über dieses Programm sollte ein erheblicher Teil der Baukosten finanziert werden.
Im April 2010 hatte sich die Greifswalder Bürgerschaft mehrheitlich für ein «Caspar-David-Friedrich-Haus» ausgesprochen, nachdem auch der damalige Kultusminister Henry Tesch (CDU) Unterstützung für den Bau signalisiert hatte. Die Stadtverwaltung hatte einen internationalen Architektenwettbewerb angekündigt, der bisher aber nicht ausgelobt wurde. Offen war, wer die Finanzierung der Betriebskosten übernimmt. Das Museum als Anbau des Pommerschen Landesmuseums sollte eigentlich im Jahr 2015 eröffnet werden.
Das Pommersche Landesmuseum verfügt über rund 80 Originale, darunter sieben Gemälde, eine Ölstudie, drei Aquarelle, zehn Sepia-Zeichnungen sowie 15 Feder- und 43 Bleistiftzeichnungen, Holzschnitte und Radierungen des Künstlers. Neben der Präsentation seiner Werke sollten in dem Museum Friedrichs Beziehungen zu seinem künstlerischen Umfeld wie dem in der Nachbarstadt Wolgast geborenen Maler Philipp Otto Runge, seinem Lehrer Johann Gottfried Quistorp sowie seinem Freund Carl Gustav Carus beleuchtet werden.
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