| Kunststiftung bezieht umstrittenen Sitz in Halle Von Petra Buch, dpa |
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| Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 05:19 Uhr | ||
Einst wurde am neuen Sitz der Landeskunststiftung gewohnt, später Marxismus-Leninismus gelehrt. Die aufwendig um- und ausgebaute Villa in bester Lage soll künftig ein Haus der - jungen - Kunst sein. Nicht jeder ist begeistert von dem Projekt.
Halle/Magdeburg (dpa/sa) - Die Landeskunststiftung hat einen neuen Sitz samt Galerie in Halle: Mit einer Ausstellung unter dem Motto «Von hier aus» wird das Gebäude am Samstag übergeben. Elf Stipendiaten der Stiftung zeigen in den Räumen in Nachbarschaft der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ihre zeitgenössischen Werke und Installationen, wie die Stiftung und das Kultusministerium am Mittwoch mitteilten. Von Sonntag an sei die Schau bis zum 20. Januar 2012 für Besucher geöffnet.
Das neue Domizil sei ein Haus der Kunst für die Kunst, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). Es solle ein Ort der Begegnung und der Transparenz, zudem Treff- und Beratungspunkt für moderne Künstler sowie Heimat für Ausstellungen sein. «Von hier aus sollen neue Impulse ausgehen, für unser Land und darüber hinaus», sagte Dorgerloh.
Rund zwei Millionen Euro wurden nach Angaben des Ministers aus dem in der Wirtschaftskrise aufgelegten Konjunkturpaket in den neuen Stiftungssitz investiert. Davon hätten etwa 1,5 Millionen der Bund und 500 000 Euro das Land übernommen. Das Haus müsse wirtschaftlich geführt werden. «Es muss uns daran gelegen sein, dass wir die Kosten für das Haus gering halten», betonte der Minister. Die hohen Kosten hatten bereits für heftige Kritik im Land gesorgt.
Die Räumlichkeiten sollten ein offenes Haus für zeitgenössische Künstler in Sachsen-Anhalt und ein Labor für Experimente sein, sagte die Direktorin der Landeskunststiftung, Manon Bursian. Das Haus habe mit der neu geschaffenen 65 Quadratmeter großen Galerie insgesamt 175 Quadratmeter Ausstellungsfläche.
Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt wurde den Angaben zufolge vor sechs Jahren gegründet. Sie verfolgt das Ziel, Gegenwartskunst zu fördern. Mit den neuen Räumlichkeiten soll zudem eine neue Plattform für Künstler, Galeristen und Kunstinteressierte geschaffen werden. Zur Gründung sei die Stiftung in einer «Dachkammer» der Moritzburg und auch später nur beengt untergebracht gewesen, sagte Bursian.
Die Größe und der Aufwand zum Umbau des jetzigen Hauses waren in der Vergangenheit unter anderem vom Landesrechnungshof kritisiert worden. Die Kunststiftung hat laut Dorgerloh bisher 600 Vorhaben unterstützt, sie vergibt auch Stipendien. Bursian kündigte für das nächste Jahr unter anderem Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst an. «Wir haben vor, das Haus wirtschaftlich zu betreiben», sagte sie und verwies zugleich auf geplante Vermietungen.
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