| Nikolaus Heidelbachs Welt der Kinder |
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| Montag, 05. Dezember 2011 um 05:35 Uhr | ||
Heidelbachs «Kleines Alphabet für Tierquäler und Kinderfreunde» wurde sogar verboten. Nun zeigt eine Schau in Hannover Werke des humorigen und boshaften Kölner Zeichners.
Hannover (dpa/lni) - Die Kinder in Nikolaus Heidelbachs Büchern quälen Tiere, triezen ihre kleinen Geschwister oder veranstalten Pinkel-Wettbewerbe. Der Kölner Zeichner und Autor spiegelt in seinen phantasievollen Bildergeschichten die Sehnsüchte und Boshaftigkeiten der Kindheit mit exaktem Blick und abgründigem Humor. Klischeehafte mutige Ritter oder rosa Prinzessinnen tauchen in Heidelbachs Welt nicht auf.
Das Deutsche Museum für Karikatur & Zeichenkunst Wilhelm Busch in Hannover zeigt von diesem Sonntag an die nach Museumsangaben bisher größte Werkschau des 56-Jährigen, der zu den bedeutendsten deutschen Kinderbuchautoren der Gegenwart zählt. Für sein Schaffen erhielt er unter anderem mehrfach den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Derzeit ist Heidelbach für den schwedischen Astrid-Lindgren-Preis 2012 nominiert. Mit einem Preisgeld von mehr als einer halben Million Euro ist dies der höchstdotierte Kinder- und Jugendbuchpreis weltweit. «Nichts ist mit Tabus belegt. Die Illustrationen verstören Erwachsene allerdings mehr als Kinder», sagte die Kuratorin der Schau, Gisela Vetter-Liebenow.
Heidelbachs 1983 veröffentlichtes «Kleines Alphabet für Tierquäler und Kinderfreunde» landete gar auf dem Index für jugendgefährdende Schriften. Es zeigt von A wie Auster bis Z wie Zitronenfalter Jungen und Mädchen, die ihren Schabernack mit Tieren treiben: Die Auster wird gesteinigt, der Pinguin gefesselt und Käfer werden zerquetscht.
Neben Klassikern sind aktuelle Illustrationen des Künstlers wie «Wenn ich groß bin, werde ich Seehund» zu sehen. Die alphabetisch geordneten Blätter aus den beiden Büchern «Was machen die Mädchen?» und «Was machen die Jungs?» werden gegenübergestellt.
«Ulrike geht zum Maskenball» lautet der knappe Kommentar zum Bild von einem Mädchen, das einen riesigen Elefanten aufpumpt. In der Jungs-Serie liegt ein Knirps neben zwei Gräbern. Seinen Namen hat er auf einen Zettel geschrieben. Heidelbach textet dazu: «Uwe übt.»
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