| Gedränge vor Renaissance-Madonnen in Dresdner Sempergalerie |
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| Mittwoch, 07. Dezember 2011 um 05:39 Uhr | ||
«Himmlischer Glanz» sorgt im Saal der «Sixtinischen Madonna» im Dresdner Zwinger für Gedränge. Das Raffael-Bild allein ist aber nicht der Grund für das Besucherplus in der Gemäldegalerie Alte Meister.
Dresden (dpa/sn) - Die einzigartige Sonderausstellung «Himmlischer Glanz» im Dresdner Zwinger ist schon jetzt ein Renner in der erfolgsverwöhnten Gemäldegalerie Alte Meister. Seit Anfang September kamen rund 180 000 Menschen in das Museum, in dem für wenige Monate berühmte Madonnenbilder der Renaissance zu sehen sind. «Das sind ein Drittel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres», sagte der Sprecher der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Stephan Adam, der Nachrichtenagentur dpa. «Der Erfolg ist umso überraschender, als wir keine große Werbung gemacht haben», sagte Museumsdirektor Bernhard Maaz. Und der traditionell besucherstarke Dezember habe gerade erst begonnen.
Zeitweise liege die Resonanz sogar 55 Prozent über dem sonst üblichen Zulauf, berichtete Kurator Andreas Henning. Der Katalog der Präsentation musste schon nachgeordert werden. «Die Erstauflage von 4000 Stück war schnell vergriffen.» Vor allem am Wochenende drängen sich Gäste aus aller Welt im Saal der «Sixtinischen Madonna», dem weltberühmten Meisterwerk von Raffael in der Sempergalerie. Sie und fünf weitere Mariendarstellungen halten noch bis zum 8. Januar in dem Saal der italienischen Gemälde des 16. Jahrhunderts Hof.
Die Sonderschau «Himmlischer Glanz» wurde gemeinsam mit den Vatikanischen Museen in Rom arrangiert. Papst Benedikt XVI. hatte dafür und anlässlich seines Deutschlandbesuchs im September erstmals seine Raffael-Madonna aus der Vatikan-Pinakothek verliehen. Mit der «Madonna di Foligno» und der «Sixtinischen Madonna» sind nach fast fünf Jahrhunderten zwei Geschwisterbilder von Raffael wieder vereint - auf Zeit.
Der italienische Malerfürst schuf die «Madonna di Foligno» 1511/12 und erhielt noch 1512 von Papst Julius II. den Auftrag zur «Sixtinischen Madonna». Erstere entstand für die Basilika Santa Maria in Aracoeli, wurde 1564 nach der Zerstörung der Kirche nach Foligno gebracht, kam dann nach Paris und erst 1816 nach Rom. Das «Schwesterbild» malte Raffael für die Klosterkirche San Sisto in Piacenza, wo sie rund 250 Jahre unbeachtet hing. 1754 kaufte Sachsen- Kurfürst und Polen-König August III. das Bild, das in Dresden und vor allem durch die Romantiker weltberühmt wurde.
Weitere «Stars» sind die «Stuppacher Madonna» von Matthias Grünewald, ein 1516 entstandenes Wallfahrtsbild aus der Pfarrkirche Mariä Krönung in Stuppach (Baden-Württemberg), eine Cranach-Madonna aus dem Städel Museum, Albrecht Dürers «Dresdner Altar» (um 1496) aus eigenem Bestand und die einzige überlieferte Vorzeichnung zur «Madonna di Foligno» aus dem British Museum London. Das Treffen der Madonnen ist Auftakt zum «Geburtstag» der «Sixtinischen Madonna». Die Entstehung des Gemäldes, das in einer Reihe mit da Vincis «Mona Lisa», Botticellis «Geburt der Venus» oder Michelangelos «Erschaffung Adams» steht, wird 2012 in Dresden groß gefeiert.
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