| Von Pergamon nach Rom - Asisi-Großpanorama in Dresden |
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| Freitag, 09. Dezember 2011 um 05:34 Uhr | ||
Die malerische Inszenierung der untergegangenen Griechen-Stadt Pergamon in Berlin lockt die Besucher gerade in Scharen. Nun hat der Künstler Yadegar Asisi als Pendant die römische Antike auferstehen lassen - in Dresden.
Dresden (dpa/sn) - Eintauchen in die Spätantike: Mit dem Großpanorama «Rom 312» schlägt der Künstler Yadegar Asisi bis Herbst 2012 eine Brücke von Berlin nach Dresden. Die Distanz zwischen dem Porträt der untergegangenen griechischen Metropole im Pergamon-Museum in der Hauptstadt zur Ansicht der Ewigen Stadt sei überwindbar, sagte Asisi am Donnerstag in Dresden. «Die Idee, das antike Rom noch einmal zu inszenieren, entstand während des Pergamon-Projekts.» Das 360 Grad- Bild in Dresden zeigt die damalige Metropole des römischen Imperiums in architektonischer Pracht. Im Mittelpunkt stehe die Machtübernahme in der Stadt durch Kaiser Konstantin, sagte Asisi.
Der Betrachter werde Zeuge von dessen triumphalem Einzug nach gewonnener Schlacht gegen Ursupator Maxentius. Der Legende nach stellte Konstantin vor der Schlacht die Weichen für die Ausbreitung des Christentums. Er ließ Schilde und Feldzeichen mit dem Kreuzzeichen versehen, das ihm mit der Inschrift «In diesem Zeichen siege» erschienen war. Zeuge dieses bis in die Gegenwart strahlenden Augenblicks zu sein, verursache «fast eine Gänsehaut», sagte Asisi.
Von einem 15 Meter hohen Turm können Besucher den Blick über die dicht bebauten Hügel der Metropole des römischen Imperiums, über berühmte Tempel, Thermen, Basiliken und Triumphbögen schweifen lassen. Das 107 Meter lange und 27 Meter hohe Bild ist aus 37 bedruckten Spezialfaser-Stoffbahnen zusammengesetzt. Der Direktor der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, Andreas Scholl, sprach von der «idealen Ergänzung» zum Pergamon-Projekt. «Pergamon» macht Alltag und Leben in der Antike erlebbar, «Rom 312» zeigt den Wendepunkt der Antike zum christlichen Abendland.
Der 1955 in Wien geborene Asisi erreicht mit seinen Panoramen ein Millionenpublikum. In Leipzig lädt «Amazonien» zur visuellen Reise in den Regenwald, Ende Januar soll dort eine zweite Version von «Mount Everest» installiert werden. «2013 folgt die Völkerschlacht», sagte Asisi der Nachrichtenagentur dpa, ohne Details zu verraten. Die bedruckten Planen werden immer nach Ausstellungsende zerstört. «Ein solches Kunstwerk ist eine Inszenierung für die Bühne; sonst ist es nur ein Stück bedruckter Stoff.»
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