| Klassik Stiftung muss 2012 Gesamtkonzept vorlegen |
|
|
|
| Freitag, 09. Dezember 2011 um 05:34 Uhr | ||
Weimar zieht jährlich Hunderttausende Touristen aus aller Welt an. Trotzdem ringt die Klassik Stiftung als Flaggschiff seit Jahren um ein Gesamtkonzept, in dem Kultur, Bildung und Forschung ein stimmiges Ganzes bilden.
Erfurt (dpa/th) - Der Kulturausschuss im Landtag hat von der Klassik Stiftung Weimar dringend ein Gesamtkonzept gefordert. Bereits 2004 habe der Wissenschaftsrat dies angemahnt, ebenso wie eine größere internationale wissenschaftliche Ausstrahlung, sagte die Linke-Abgeordnete Birgit Klaubert am Donnerstag zur öffentlichen Anhörung. Kulturminister und Stiftungsratsvorsitzender Christoph Matschie (SPD) erklärte, Präsident Hellmut Seemann sei beauftragt, das Konzept mit klaren Prioritäten bis zur Stiftungsratssitzung im Sommer 2012 vorzulegen.
Der Wissenschaftsrats-Vorsitzende Wolfgang Marquardt hatte bei der Anhörung nochmals untermauert, dass der bis 2017 reichende Masterplan «Kosmos Weimar» ein Gesamtkonzept nicht ersetze.
Der Wissenschaftsrat hatte die zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands im Mai das zweite Mal unter die Lupe genommen und ihr Fortschritte attestiert, etwa bei der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und dem Goethe- und Schiller-Archiv. Die einzelnen Konzepte bei Forschung, Marketing und Bau seien jedoch nicht miteinander abgestimmt, sagte Marquardt. Auch sei es nicht gelungen, für die bereits 2008 geschlossene Dauerausstellung im Goethe-Nationalmuseum eine neue Konzeption vorzulegen.
Der Wissenschaftsrat wolle aus der Stiftung keine Forschungseinrichtung machen, aber ohne ein gutes Konzept sei der Anschluss an die internationale Forschungsspitze nicht herzustellen - eine Voraussetzung für alle anderen Aufgaben wie das Bewahren der Sammlungen und Ausstellungen. «Die Stiftung darf in ihren Kernbereichen nicht erstarren», mahnte Marquardt. «Sie darf aber auch nicht schnelle, leichte Kost servieren.» Er bescheinigte der Stiftung bisher eine «Neigung zu selbstgefundenen, isolierten Lösungen».
Allerdings habe auch die Gefahr bestanden, zwischen politischen Unstimmigkeiten und geringer Mittel «halb zerrieben zu werden». Bund und Land Thüringen als zwei der drei Zuwendungsgeber hatten daraufhin im Oktober ihre Zuschüsse für 2012 um jeweils 500 000 Euro erhöht. Die Grünen-Abgeordnete Astrid Rothe-Beinlich forderte vom Bund deutlich mehr finanzielles Engagement.
Die Abgeordneten von Linke, Grünen und SPD verlangten zudem Klarheit über den vom Wissenschaftsrat favorisierten Verbund der drei großen Forschungsarchive und -bibliotheken in Weimar, Marbach und Wolfenbüttel, die zusammen ein halbes Jahrtausend deutsche Kulturgeschichte repräsentieren. Kultusminister Matschie sagte, das Verbundprojekt, das die bestehenden Trägerstrukturen nicht antaste, solle ebenso wie ein neues Konzept für das Friedrich-Nietzsche-Kolleg im kommenden Jahr kommen. Das Philosophie-Kolleg muss nach Meinung der Abgeordneten in der Klassik Stiftung eine der Brücken zwischen Geschichte und Gegenwart bilden.
|
























































