| Freiburger Kunstverein plant Beltracchi-Ausstellung |
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| Donnerstag, 29. Dezember 2011 um 06:18 Uhr | ||
Freiburg (dpa) - Der Fall des Kunstfälschers Wolfgang Beltracchi hat die Kunstwelt aufgeschreckt. Wenige Monate nach seiner Verurteilung will der Freiburger Kunstverein das Thema aufgreifen und Werke des Fälschers zeigen. «Uns geht es auf keinen Fall um die Heroisierung oder Glorifizierung von Beltracchi, sondern um eine seriöse Aufarbeitung des Themas Kunstfälschung», sagte der Vorsitzende des Kunstvereins, Ernst-Ludwig Ganter, am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der «Badischen Zeitung».
Die Planungen stünden noch ganz am Anfang. «Wir haben bislang nur mit dem Anwalt von Beltracchi gesprochen, der die grundsätzliche Bereitschaft seines Mandanten für ein solches Projekt erklärt hat», sagte Ganter. Offen sei, ob überhaupt Bilder des Fälschers zu haben seien. Werke, die in seinem Atelier gefunden wurden, habe die Staatsanwaltschaft eingezogen. Blieben nur noch die Käufer von Beltracchi-Bildern. Ob sie die Werke in einer Ausstellung zeigen wollten, könne er schwer abschätzen, sagte Ganter.
Die Fälschungen würden wahrscheinlich nicht gemeinsam mit den Originalen der nachgeahmten Künstler präsentiert. «Das werden wir wohl nicht stemmen können», sagte Ganter im Blick auf Künstler wie Max Ernst und Max Pechstein, deren Bilder nur mit hohen Versicherungssummen auszuleihen sind. «In jedem Fall werden wir das Thema sehr sensibel behandeln, denn damit kann man viel Unruhe und Missverständnisse hervorrufen.»
Beltracchi war vor zwei Monaten in Köln zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, seine Frau Helene erhielt vier Jahre. Die beiden hatten gestanden, jahrelang Kunstwerke gefälscht und für mehrere Millionen Euro verkauft zu haben. Selbst renommierte Kunstexperten und weltbekannte Auktionshäuser waren auf die Werke hereingefallen. Einige seiner Bilder hingen auch in Museen. Die Freiburger Villa, in der das Paar 2010 festgenommen worden war, steht nach Angaben der «Badischen Zeitung» inzwischen zum Verkauf.
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