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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Hollein: «Museen haben ein Wachstums-Gen» Von Sandra Trauner, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 30. Dezember 2011 um 06:13 Uhr

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Im Februar wird der Erweiterungsbau des Frankfurter Städel-Museums eröffnet. Es ist eines der größten Bauprojekte der hessischen Museumslandschaft. Die Nachrichtenagentur dpa sprach im Vorfeld mit dem Direktor des Museums, Max Hollein.


Liegt die Zukunft des Museumsbaus unter der Erde? Laut Deutschem Architekturmuseum werden in vielen Metropolen derzeit unterirdische Erweiterungsbauten eröffnet.

 

Hollein: «Ich sehe das nicht unbedingt als Trend oder als neue Form der Museumsarchitektur. Aber Museen haben in ihrer DNA ein Wachstums-Gen, sie müssen physisch wachsen, weil ihre Sammlungen wachsen. Jedes Museum muss für dieses Problem eine andere Lösung finden. Das Guggenheim hat ein internationales Satelliten-System entwickelt, die Tate hat eine gigantische Dependance in einem Fabrikbau eröffnet, in Abu Dhabi wird eine Sandhalbinsel für überirdische Neubauten angelegt. In unserem Fall war diese unterirdische Lösung inmitten des gewachsenen Städel-Ensembles die absolut richtige Antwort.»


Sind Sie denn glücklich mit der unterirdischen Halle?

 

Hollein: «Ich bin sehr glücklich damit! Es gab während der Wettbewerbsphase ja unterschiedliche Entwürfe. Unsere Lösung ist die perfekte Erweiterung des Museums. Sie schafft die idealen Bedingungen für die Sammlungspräsentation: Hervorragende Lichtverhältnisse durch das von oben kommende Tageslicht, hohe und vor allem flexible Räume, die es ermöglichen, die einzelnen Galeriekabinette der Sammlung anzupassen.»


Was war zuerst: Die Idee, welche Kunstwerke Sie in welcher Zusammenstellung zeigen wollen, oder die Suche nach den idealen Räumen?

 

Hollein: «Es war eine Wechselbeziehung. Wir hatten eine konkrete Vorstellung, welche Sammlungskonvolute wir zeigen wollen. Bisher hatten wir für die Gegenwartskunst nur einige wenige Flächen im Treppenhaus, demnächst werden wir rund 3000 Quadratmeter haben.»

 

Wie hat sich anlässlich des Neubaus die Sammlung verändert?

 

Hollein: «Es sind im Bereich Gegenwartskunst in den letzten Jahren rund 1000 Kunstwerke dazugekommen. Wir haben vieles geschenkt bekommen, aber auch mit Hilfe des Städelkomitees 21. Jahrhundert stark angekauft, aus Galerien, von Künstlern, bei Auktionen. Außerdem hat uns die Deutsche Bank 600 Werke aus ihrer Sammlung übergeben, die wir selbst auswählen konnten. Dazu kommen 220 Werke aus der Fotografiesammlung der DZ Bank. Diese Übergaben sind bereits vor Jahren durch intensive Gespräche und Verhandlungen vorbereitet worden.»

 

Sie haben sich dafür entschieden, «das neue Städel» in drei Schritten zu eröffnen. Erst die «Kunst der Moderne» im Gartenflügel, dann die «Alten Meister» im Mainflügel und am Ende der Neubau für die «Kunst der Gegenwart». Wieso nicht ein Festakt für alles?

 

Hollein: «Der eine Grund ist, dass wir es logistisch gar nicht geschafft hätten, alle Bereiche gleichzeitig zu eröffnen. Der zweite Grund ist, dass sich im ganzen Haus so viel getan hat - an Neuerwerbungen, an neuer Hängung und neuen Service- und Vermittlungsangeboten - dass wir ganz bewusst jedem Sammlungsbereich Aufmerksamkeit und einen eigenen Diskurs angedeihen lassen wollten. Wir haben auch in der Moderne und bei den Alten Meistern eine beispiellose Sammlungsentwicklung und eine neue Konzeption der Präsentation.»

 

Nach dem Umbau haben sich die Sammlungspräsentationen verändert. Für alle, die noch nicht da waren: Was ist neu in den Sälen für die Moderne und was ist neu in den Räumen für die Alten Meister?

 

Hollein: «Bei der Moderne haben wir die Abgrenzung nach Ländern aufgehoben, zum Beispiel zeigen wir nun deutschen Impressionismus direkt neben französischem. Außerdem tritt erstmals Fotografie, die wir Dank der Erwerbung der Sammlung Wiegand zeigen können, in einen Dialog mit der Malerei. Bei den Alten Meistern haben wir die Identität der Sammlung stärker berücksichtigt - wie eine solche Sammlung entsteht, woher sie kommt, worauf sie sich bezieht.»

 

Und was erwartet uns ab Februar bei der Gegenwartskunst?

 

Hollein: «Wir gliedern nicht nach Regionen oder Gattungen und wir hängen auch nicht chronologisch. Wir zeigen die Kunst der Gegenwart entlang ihrer Hauptentwicklungs- und Diskussionslinien. Das beginnt mit der Frage, wann die Moderne überhaupt anfängt. Die Besonderheit der Städelschen Sammlung ist es, dass wir die Entwicklung der europäischen Kunstgeschichte vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart kontinuierlich abbilden können. Allerdings konzentrieren wir uns auf die Entwicklung der Malerei.»

 

Generell gefragt: Wie präsentiert man Kunst im Jahr 2012 im Gegensatz zur Gründung des Museums vor über 100 Jahren?

 

Hollein: «In der Gründerzeit gab es die Idee einer Schausammlung für angehende Künstler und für das Bildungsbürgertum. Heute - und das ist eine sehr positive Entwicklung - ist das Publikum viel breiter, diversifizierter. Wegen der unterschiedlichen Kenntnisstände kann man nicht nur mit einer Stimme zu diesem Publikum sprechen. Deswegen sind Vermittlungsangebote für ganz unterschiedliche Besuchergruppen heute besonders wichtig.»

 



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