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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst/Ausstellungen/ «Polizeidienst ist Kunst» - Ausstellung für «Schutzmann Anatol» PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 01. Februar 2011 um 07:00 Uhr

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Kann ein freiheitsliebender Künstler gleichzeitig ein ordnungstreuer Polizist sein? Der Bildhauer Anatol Herzfeld (80), Schüler von Joseph Beuys und fast 40 Jahre lang Verkehrspolizist in Düsseldorf, hat es bewiesen. Und das schon 1967: Mit einem Motorrad fuhr Herzfeld in Polizeiuniform durch die Kunstakademie, und Beuys schwang dazu die Polizeikelle. Für die ganze Aktion hatte «Schutzmann» Anatol zuvor eine Genehmigung eingeholt.

 

Mit einer Ausstellung im Polizeipräsidium Düsseldorf ehrt die Polizei seit Montag bis zum 28. Februar ihren wohl originellsten Ordnungshüter, der von 1953 bis 1991 als Verkehrspolizist in der Landeshauptstadt seinen Dienst tat. Generationen von Schulkindern brachte «Schutzmann» Anatol mit selbstgebastelten Puppen in den Aufführungen der Verkehrspuppenbühne das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei.

 

«Polizeidienst ist Kunst», stellte der viermalige Documenta-Teilnehmer, der sein Atelier auf der Museumsinsel Hombroich in Neuss hat, bei der Ausstellungseröffnung fest. Für den Beuys-Schüler hat Kunst natürlich immer eine politische Dimension. So platzierte er in die Mitte des Präsidium-Foyers einen dreieckigen Tisch aus rostigem Stahl. «Die Dienstbesprechung» nannte er die Plastik - es diskutieren Natur, Mensch und Tier, erkennbar an einem Schmetterling, einer Blume und einer Frauensilhouette, die an den hohen Stühlen befestigt sind.

 

Umringt wird der Tisch von rostigen «Wächtern» und einer der altsteinzeitlichen «Venus von Willendorf» nachempfundenen Frauenplastik. Dass gleich mehrere Vernissage-Gäste über Metallfiguren auf dem Boden vor einem der «Wächter» stolperten und damit lautes Scheppern verursachten, störte weder den ehemaligen Schutzmann noch die Polizei.

 

Anatol sei «alles andere, aber nie ein Diplomat», sagte der Vorsitzende der Kulturstiftung Insel Hombroich, Wolfgang Schulhoff, in seiner Laudatio über den im ostpreußischen Insterburg geborenen Anatol. Dass Polizeipräsident Herbert Schenkelberg Anatol zum «Polizeioberrat ehrenhalber ernannte», nahm der Künstler dankend entgegen. «Ich war gern Schutzmann», bekannte er.

 



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