| Galerienaustausch Paris-Berlin: Ist der Achsenzauber bald zu Ende? Von Sabine Glaubitz, dpa |
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| Donnerstag, 03. Februar 2011 um 07:14 Uhr | ||
Die Achse Paris-Berlin hat neuen Schwung in die Kunstszene beider Metropolen gebracht. Dennoch ist es ungewiss, ob der Galerienaustausch zwischen den beiden Metropolen weiter gehen wird.
Paris (dpa) - Die Metapher «Achse Paris-Berlin» hat sich nicht immer bewährt. Doch das Galerienaustausch-Programm, das dieses Jahr in seine dritte Runde gegangen ist, hat Bewegung in die deutsch-französische Galerien- und Kunstszene gebracht. Der deutsche Sammler ist nicht mehr länger das unbekannte Wesen, und Künstler wie Jonathan Meese machen sich in der französischen Kunstszene einen Namen. Die Achse funktioniert, auch wenn sie an manchen Stellen quietscht. Dennoch ist ihr weiteres Bestehen fraglich.
Das Prinzip ist einfach: Pariser und Berliner Galerien tauschen für eine kurze Zeit ihre Räume. So waren Mitte Januar 14 französische Galerien mit ihren Künstlern in Berlin, am Wochenende revanchierten sich die Pariser und feierten in ihren Galerien die Vernissagen der Berliner Gäste. Ob die drei Jahre seit Bestehen des Projekts die notwendige Grundlage und Eigendynamik geschaffen haben, damit der 2-Achsen-Motor auch ohne seine Initiatoren nicht ins Stottern gerät, wird sich zeigen. «Wir haben den Weg geöffnet. Der erste Schritt ist getan», sagte Cédric Aurelle, der zusammen mit dem französischen Botschafter und Kunstliebhaber Bernard de Montferrand das Projekt ins Leben gerufen hat. Beide verlassen 2011 ihre Posten.
«Das Projekt ist stark personenbezogen. Ich für meinen Teil wünsche mir, dass es weitergeht», erklärte Florent Tosin, der in Paris bei Michel Rein zu Gast ist. Der Galerist zeigt dort für die nächsten Wochen Kent Monkman und Gerd Rohling, beides Künstler, die in Frankreich kaum bekannt sind. Das Programm ist bewusst auf eine überschaubare Anzahl von Teilnehmern beschränkt, aus organisatorischen Gründen, wie Cédric Aurelle sagte. Das Spektrum ist auf beiden Seiten gut gemischt: Neben Flaggschiffen wie «1900-2000» und «Johann König» sind auch zahlreiche Nachwuchsgalerien am Start.
Bei dem Wechselspiel der Künstler steht zunächst weniger der kommerzielle Erfolg im Vordergrund, als das Prinzip des Entdeckens und sich Kennenlernens. Beide Szenen haben bisher stark nach London und New York geschaut, deshalb will die Achse «Brücken schlagen und Synergien entwickeln» und zwei Kunstszenen vereinen, die stark unterschiedlich sind. Berlin sei jung und kreativ und habe eine enorme Anziehungskraft. Paris hingegen sei etablierter, habe dafür eine interessante Sammlerszene, wie Frankreichs Kulturminister Frédéric Mitterrand die beiden Metropolen gerne beschreibt.
Ein Anfang ist getan, doch gibt es noch viel zu tun. Neo Rauch oder Franz Ackermann, bedeutende deutsche Künstler der Gegenwart, sind in Frankreich noch weitgehend unentdeckt.
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