| Gerahmte Kostbarkeiten im Deutschen Fächermuseum Von Regina Doblies, dpa |
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| Freitag, 04. Februar 2011 um 06:35 Uhr | ||
Bielefeld (dpa/lnw) Vom modischen Accessoire zur Wanddekoration: Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts war es üblich, schöne Fächer, die nicht mehr benutzt wurden, wie Bilder aufzuhängen. Dazu wurden die filigranen Gebilde, mit denen sich die vornehmen Damen schmückten, aufwendig gerahmt. 60 dieser Kostbarkeiten zeigt das Deutsche Fächermuseum in Bielefeld bis zum Jahresende in seiner neuen Sonderausstellung. «Die Rahmen waren oft handwerkliche Meisterstücke», sagt Günter Barisch, der das bundesweit einzige Fächermuseum gemeinsam mit seiner Ehefrau Marie-Luise 1996 eröffnet hat.
Händler preisen große Spiegel, feinstes Porzellan und weiße Damenunterwäsche an, während sich zwischen ihren Ständen Gaukler und dressierte Äffchen tummeln. Diese lebhafte Marktszene zeigt der Fächer aus dünnem Leder, der um 1680 in Frankreich gefertigt wurde. Mit einem Rahmen versehen ist aus dem halbrunden Bogen ein rechteckiges Bild geworden.
«Das Fächerblatt wurde von dem Gestell abgelöst und auf eine Platte aufgezogen. Die fehlenden seitlichen Teile wurden dann stilgerecht nachgemalt», erläutert Günter Barisch. Doch auch komplette Fächer mit prachtvoll verzierten Stäben kamen an den Wänden hochherrschaftlicher Häuser zu neuen Ehren. Dazu gehören französische Fächer aus feinster Spitze ebenso wie ein Federfächer aus Wien und ein Jugendstilfächer in Kleeblattform, der seiner Besitzerin Glück bringen sollte.
Auf ein Exponat sind die Eheleute Barisch besonders stolz: Einer ihrer Fächerrahmen stammt aus der Werkstatt von Joseph Radspieler, dem Hofvergolder des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. «Die Münchner Firma Radspieler beschäftigte zeitweilig bis zu 130 Vergolder und hat für König Ludwig Thron, Kutschen und den muschelförmigen Kahn in der Venusgrotte des Schlosses Linderhof vergoldet», berichtet Günter Barisch.
Zahlreiche der gezeigten Fächer bilden mythologische Szenen wie die Rückkehr des Odysseus oder den Triumphzug des Bacchus ab. Dabei schleicht sich bisweilen der Zeitgeist in die antike Sagenwelt ein. So ließ es sich ein französischer Fächermaler um 1770 nicht nehmen, sein Bild vom Raub der Persephone um das damalige Modegetränk zu ergänzen: In einem Gartenzelt lässt sich eine noble Dame von einem dunkelhäutigen Lakaien den Kaffee servieren.
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