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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Arme «Mona Lisa» - Die geheimnisvolle Fundgrube der Forscher Von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 09. Februar 2011 um 06:38 Uhr

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Das Bild zieht Millionen Kunstfreunde an, aber auch Heerscharen an Forschern. Immer wieder gibt es teils waghalsige neue Theorien zur geheimnisvollen «Mona Lisa». Sie wehrt sich mit ironischem Lächeln.

 

Rom (dpa) - Seit Jahrhunderten zieht das Gesicht mit dem geheimnisvollen Lächeln Millionen Betrachter in seinen Bann - Leonardo da Vincis Meisterwerk «Mona Lisa» gilt eben als das Kunstwerk der Kunstwerke. Magnetisch wirkt «La Gioconda», wie man in Italien sagt, allerdings seit eh und je auch auf Fachleute, die aber auch wirklich jedes Rätsel um das Frauenbild lösen und ein Raunen in der Kunstwelt auslösen möchten. Das allerjüngste Beispiel in dieser so unendlichen Geschichte ist jetzt der Italiener Silvano Vinceti.

 

Ein junger Schüler und Liebhaber des großen Renaissance-Genies habe für dieses vollkommene Bild Modell gestanden, schließt Vinceti aus Digitalanalysen. Absehbar war, dass diese nach einer Sensation klingende Neuigkeit nicht lange so im Raum stehen bleiben würde. Der Pariser Louvre, der die begehrte «Mona Lisa» beherbergt und im Jahr Millionen Besuchern zeigt, spricht schlichtweg von Scharlatanerie.

 

So vergeht kein Jahr, in dem nicht vermeintliche Neuigkeiten von der berühmten Schönen durch den Blätterwald gehen. Vielleicht sollte sie einfach einmal ganz undamenhaft die Zunge rausstrecken und somit ausdrücken: «Ihr könnte mich mal kreuzweise». Wohl in diese Richtung dachte Giorgio De Rienzo vom angesehenen «Corriere della Sera», der die Welt der Kunst und der Kunstfreunde nahezu anfleht: «Lassen wir die «Mona Lisa» in Frieden und erfreuen wir uns an ihrem Lächeln.» Um dann gleich mit der jüngsten Theorie aufzuräumen: Die sei längst von dem Kunsthistoriker und besten Leonardo-Kenner der Welt, Pietro Marani, verworfen worden. Was da herausposaunt worden sei, «das entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage», wird Marani zitiert.

 

Das alles will der Kulturbeamte und Autor Vinceti in dem Bild entdeckt haben: Die Buchstaben L und S in den Augen sollen auf Leonardo selbst und seinen Schüler mit dem Künstlernamen Salai verweisen. Dieser war 1490 im Alter von 16 Jahren in die Werkstatt des toskanischen Meisters eingetreten - und hat dann wohl auch ein ganz spezielles Verhältnis mit Leonardo da Vinci (1452-1519) gehabt.

 

Die Digitalanalysen ergaben dann angeblich auch die seltsame Zahl 72 unter der Brücke im Hintergrund und überhaupt kabbalistische Zeichen als Leonardos «künstlerisches, wissenschaftliches und esoterisches Testament». Alles Quatsch, meint dazu das Pariser Museum sinngemäß, das Werk sei vor Jahren noch einmal gründlichst untersucht worden: Es gebe keine versteckten Zahlen oder Buchstaben. Vor allem sei die «Mona Lisa» kein Mann - und Vinceti kein Experte.

 

Digitalanalysen, Infrarotaufnahmen, Computer-Berechnungen ergänzen inzwischen dutzendfach die herkömmlichen Werke über jene Frau, die so viele Rätsel stellt, und erweitern die Regalmeter mit Büchern über «La Gioconda». Ob sie nun einladend oder unschuldig blickt und warum praktisch jeder ihr Lächeln ganz persönlich interpretieren kann, all das ist schon abgehandelt. Spezielle Technologie ergab, dass sie trotz all dieser Belästigungen - wie seit etwa 1503 - immer noch ganz überwiegend glücklich auf die Millionen blickt, die sie im Louvre mit gebührendem Abstand bewundern dürfen. Wie lange noch wird sie diese Ruhe bewahren, gelassen die Hände übereinandergelegt?

 

Ja, da ist noch die Sache mit den fehlenden Augenbrauen und den Wimpern. Oder ist die «Mona Lisa» schwanger, hatte sie mit zu hohen Cholesterinwerten zu kämpfen? Ein Franzose entdeckte vor ein paar Jahren mit einer hochauflösenden Kamera, dass Leonardo durchaus der Dame Augenbrauen und Wimpern gemalt hatte. Das jedoch widerspricht früheren Ansichten mancher Kunstexperten, diese gebe es nicht, weil das zu Leonardos Zeiten eben schick gewesen sei, so wie sich Frauen heutzutage die Haare unter den Achseln wegrasieren. Doch in der Tat scheinen die Augenbrauen aber schlichtweg «verschwunden», weil das fünf Jahrhunderte alte Ölbild «lebt», sich verändert und sich auch Falten zulegt. Pardon, das passiert also selbst einer «Mona Lisa»!

 

Ob der Meister nun selbst seine Gesichtszüge dort verewigt hat oder die seines geliebten Schülers, ob die «Gioconda» vielleicht sogar ein Kind unter dem Herzen trägt oder ob sie unter erhöhten Cholesterinwerten litt, solche News werden den Rummel um die Schöne aus dem Louvre immer am Leben erhalten. So wie auch Silvano Vinceti den «Scharlatan»-Rüffel aus Paris kaum auf sich wird sitzenlassen wollen. Die Rätsel um das 77 mal 53 Zentimeter große Bild sind wohl zu anziehend, so auch die Frage, wer eigentlich dort abgebildet ist.

 



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