| Klimt-Erbin Maria Altmann gestorben |
|
|
|
| Mittwoch, 09. Februar 2011 um 06:38 Uhr | ||
Wien/Los Angeles (dpa) - Die Klimt-Erbin Maria Altmann, Protagonistin eines der spektakulärsten Raubkunst-Rückgabeverfahren, ist tot. Die vor den Nazis in die USA geflohene Wienerin sei am Montag im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles gestorben, berichtete die Zeitung «Los Angeles Times» am Dienstag unter Berufung auf den Anwalt E. Randol Schoenberg.
Die Nichte der vom Jugendstil-Künstler Gustav Klimt (1862 - 1918) porträtierten Adele Bloch-Bauer hatte jahrelang um die Rückgabe mehrerer Klimt-Bilder gestritten. Darunter war auch das in Gold getauchte Porträt ihrer Tante «Adele Bloch-Bauer I», das neben dem «Kuss» zu den wichtigsten Werken des weltberühmten Künstlers zählt.
2006 bekam die Erbin fünf Bilder zurück, die bei den darauffolgenden Versteigerungen mehrere hundert Millionen Euro erzielten. Mit einem überlieferten Preis von 135 Millionen Dollar (99 Mio Euro), die der Kunstsammler Ronald Lauder zahlte, wurde die «Adele» zu einem der teuersten Bilder, die je versteigert wurden. Statt im Wiener Belvedere wie vor der Rückgabe ist das Werk heute in der Neuen Galerie in Manhattan zu sehen.
Maria Altmann und ihr Mann Fritz waren nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA 1942 vor antisemitischer Verfolgung in die USA geflohen. 1945 erbte sie mit ihren Geschwistern den Besitz ihre Onkels Ferdinand Bloch-Bauer, dem Mann der porträtierten Adele. Diese hatte sich als Frischverheiratete von Klimt malen lassen, das Werk wurde bei seiner Veröffentlichung 1907 zur Sensation.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Klimt-Bilder aber im Besitz Österreichs, das sich erst viele Jahrzehnte später mit der Rückgabe von NS-Raubkunst befasste. Erst 1998 stellte Altmann nach Erlass des Restitutions-Gesetzes Antrag auf Wiedererlangung der Gemälde. Ein jahrelanger Rechtsstreit folgte, den Österreich aus Sicht von Beobachtern immer wieder zu verzögern versuchte. «Sie verzögern und verzögern es in der Hoffnung, dass ich sterbe», sagte Altmann nach Angaben der «Los Angeles Times» 2001. Die Rückgabe der wertvollen Bilder sorgte dann für Aufregung auf dem Kunstmarkt.
Die Israelitische Kultusgemeinde Wien bezeichnete Altmann am Dienstag als eine unerschrockene Kämpferin für die Gerechtigkeit: «Dass es eines jahrelangen Rechtsstreits mit der Republik Österreich bedurfte, bis Frau Altmann, bereits im hohen Alter, sowie weitere Erben die der Familie während der Nazizeit geraubten Bilder zurückbekamen, ist wohl eher eine traurige Facette.»
|
























































