| Daniel-Buren-Ausstellung in Baden-Baden |
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| Freitag, 11. Februar 2011 um 06:42 Uhr | ||
Baden-Baden (dpa/lsw) - Bunt, aber bewusst banal, inhaltsfrei und bedeutungslos: Installationen aus farbigen vertikalen Streifen, Spiegeln und Licht des französischen Künstlers Daniel Buren sind von diesem Freitag an in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden zu sehen. Abwechselnd weiße und bunte, 8,7 Zentimeter breite Streifen sind zu einer Art Markenzeichen des 72-jährigen Konzeptkünstlers mit der Vorliebe für minimalistische Zeichen geworden. Die Kunst soll weniger für sich selbst stehen als ihren Ausstellungsort hervorheben.
Durch wandhohe Einbauten sollen die Besucher die Architektur der Kunsthalle neu entdecken. In ganz Baden-Baden sind außerdem mehr als hundert vom Künstler gestaltete Fahnen verteilt. Die Ausstellung «Allegro Vivace» ist noch bis zum 22. Mai zu sehen.
Daniel Buren wurde 1938 in Boulogne-Billancourt nahe Paris geboren. In den 1960er-Jahren begann er - bewusst ohne ein Atelier - mit seinen Plakaten, den «Affichages sauvages», den öffentlichen Raum zu gestalten. Der Kunsttheoretiker gilt als einer der bekanntesten französischen Kunstschaffenden des 20. Jahrhunderts und zugleich als einer der scharfsinnigsten Kritiker zeitgenössischer Kunst. Er gehörte von 1966 zu einem Kreis junger Künstler, die in Paris radikal gegen die Gepflogenheiten des Kunstmarkts vorgingen. In seinen Schriften setzte er sich mit der Verquickung von Kunst und Macht auseinander.
Als sein Meisterwerk gilt das 1985 geschaffene «Les deux plateaux» im Ehrenhof des Palais Royal in Paris. Dabei stellte Buren auf einem 3000 Quadratmeter großen Platz verschieden hohe runde Stelen auf, die vertikal schwarz-weiß gestreift waren. Drei Monate musste er sein Projekt unterbrechen, weil politische Gegner von Staatspräsident François Mitterrand die Arbeit verhindern wollten. Jener hatte den Auftrag genehmigt. Später wurde diese Installation als «Monument national» anerkannt.
Für das Museum können die Werke Burens meist nicht erhalten werden. Sie entstehen an ihrem Ausstellungsort und sind genau auf ihre Umgebung zugeschnitten, bleiben eine Weile sichtbar und verschwinden wieder.
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