| Dix und Grosz: Bonner Kunstmuseum zeigt Neue Sachlichkeit |
|
|
|
| Dienstag, 15. Februar 2011 um 06:45 Uhr | ||
Bonn (dpa/lnw) - In der bewegenden Zeit der Weimarer Republik prägte die Stilrichtung der Neuen Sachlichkeit die Kunst in Deutschland. Künstler wie Otto Dix und George Grosz gehörten zu den prominenten Vertretern dieser Schule, die sich einer bedrückenden Wirklichkeitsnähe verschrieb. Eine Reihe ihrer realistisch bis düsteren Werke sind von diesem Dienstag an (bis 15. Mai) in einer Ausstellung des Bonner Kunstmuseums zu sehen.
Die Schau «Gefühl ist Privatsache - Verismus und Neue Sachlichkeit», die bereits in Berlin präsentiert wurde, zeigt etwa 130 Aquarelle, Zeichnungen und druckgrafische Arbeiten aus dem Bestand des Berliner Kupferstichkabinetts. Dazu kommen 30 Leihgaben, vor allem Gemälde. Neben Dix und Grosz gehörten etwa Max Beckmann, Carl Grossberg, Rudolf Schlichter oder Christian Schad zu den Künstlern, die sich der Richtung verschrieben.
Neue Sachlichkeit und Verismus verstanden sich nach den leidvollen Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg auch als unsentimentale Reaktion auf den Expressionismus. Kennzeichnend für das neue Sehen: Die Künstler nahmen kühl Abstand von Gefühlswelten und Empfindungen. Die Entgrenzungen im Expressionismus wurden mit der Reduktion auf harte Linien wieder eingefangen. «Es findet eine Hinwendung zur realen Welt statt, sie wird gedeutet, aber kühl und mit kaltem Blick», erläutert der Kurator des Kunstmuseums, Volker Adolphs.
Dix ist dafür bestes Beispiel. Seine Kaltnadelradierung «Kriegskrüppel» (1920) erinnert an die Schrecken des Kriegs. In den Bildern von George Grosz wird den Zeitgenossen der Spiegel vor die Fratze gehalten. Grosz erläuterte sich 1925 selbst: «Ich zeichnete und malte aus Widerspruch und versuchte durch meine Arbeiten diese Welt davon zu überzeugen, dass sie hässlich, krank und verlogen ist.»
|
























































