| Die Farben Afrikas: Deutsche Maler entdecken Lamu Von Eva Krafczyk, dpa |
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| Dienstag, 15. Februar 2011 um 06:45 Uhr | ||
Europäische Künstler in Kenia: Beim «Lamu Painters Festival» lassen sie sich vom Licht und dem Leben in Afrika anregen. «Der Aufenthalt hier ist schon sehr inspirierend», sagt ein Hamburger Maler.
Lamu (dpa) - Anfangs dachte der Hamburger Maler Hinnerk Bodendieck nur: Ausgerechnet Afrika! «Ich war doch noch nie raus aus Europa», erinnert sich der Künstler an die Einladung zum ersten «Lamu Painters Festival» in Kenia. «Mir ging erst mal nur durch den Kopf: Malaria, Armut. Und: vielleicht nicht ganz ungefährlich.» Dann siegte die Neugier auf das Lamu Inselarchipel nahe der kenianisch-somalischen Grenze.
Nun hat Bodendieck seine Staffelei an Bord einer Dhow aufgebaut. Das traditionelle Segelboot schaukelt in den Wellen des Manda Creek, während Bodendieck mit dem Pinsel die Silhouette des einstigen Fischerdorfs Shela skizziert.
Shela, inzwischen bei den Reichen und Berühmten beliebt als Feriendomizil, ist seit Anfang Februar auch der Dreh- und Angelpunkt für 19 Maler, die von hier aus die Inselgruppe mit ihren unterschiedlichen Facetten auf der Leinwand festhalten. Das knapp zweiwöchige Künstlertreffen vor allem deutscher, niederländischer und kenianischer Maler war bis zum Dienstag angesetzt.
Initiator ist der Hamburger Gastronom Herbert Menzer, der auf Lamu mehrere Häuser besitzt und seit Jahren Bilder von einigen der beteiligten Künstler sammelt.
«Der Aufenthalt hier ist schon sehr inspirierend», sagt Bodendieck. «Manches ist schon recht hart, etwa die Armut in den Dörfern. Aber ich möchte auch diese Erfahrung nicht missen.» Der Hamburger, der selbst segelt, ist vor allem von den Begegnungen mit den Fischern beeindruckt und ihrer Fertigkeit beim Steuern der Dhows.
«Das ist so virtuos und sieht dabei so lässig aus», sagt er begeistert. Einige Fischer hat er porträtiert. «Dabei entsteht über alle Fremdheit hinweg so etwas wie Intimität», meint er. Denn so wie sich der Gemalte dem Blick des Betrachters aussetzt, gebe auch der Maler in seiner Darstellung etwas von sich preis.
Die Stuttgarterin Sibylle Bross, die vor einem Dorfladen auf der Insel Pate eine Straßenszene auf der Leinwand festhält, musste sich erst einmal daran gewöhnen, dass ihr die Zuschauer sehr nahe rücken. Für die Kinder des Dorfes - und auch für viele Erwachsene - ist der Besuch der Maler mindestens ebenso exotisch wie die Szenerie mit engen Gassen, verschleierten Frauen in schwarzen Bui-Buis und den allgegenwärtigen Eseln und Ziegen für die Europäer. Wo immer die Maler auftauchen, bildet sich schnell eine Menschentraube. Es wird gekichert und diskutiert.
«Die Menschen hier sind so offen, haben so viel Gelassenheit und Fröhlichkeit», ist Bross beeindruckt von den Inselbewohnern. Sie schwärmt vom Licht Afrikas, von den Farben und der «ursprünglichen Vitalität».
Ihr niederländischer Kollege Piet Groenendijk prüft ein paar Meter entfernt mit zugekniffenem Auge seine fast fertig gemalte Straßenszene. Ein Dorfbewohner in weißer Khanzu, dem langen kaftanähnlichen Gewand der traditionell muslimischen Küstenkenianer, nickt beifällig. «Nzuri» (Gut), murmelt er. Und auch Groenendijk ist nach ein paar letzten Pinselstrichen mit dem Ergebnis zufrieden.
http://www.lamupaintersfestival.org
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