| Giacometti, Picasso und Rodin - Kampfansage an Kunstfälscher Von Sabine Glaubitz, dpa |
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| Donnerstag, 17. Februar 2011 um 06:35 Uhr | ||
Alberto Giacometti und Pablo Picasso gehören zu den meist kopierten Künstlern weltweit. Nun haben Frankreichs große Kunststiftungen den Betrügern den Kampf angesagt.
Paris (dpa) - Pablo Picasso und Alberto Giacometti gehören nicht nur zu den teuersten Künstlern, sondern auch zu den meist kopierten. Deutlich zeigten das die Fälschungsskandale vor wenigen Monaten in Deutschland und Portugal. Je höher die Preise für die echten Kunstwerke steigen, umso gefragter sind die Fälschungen - und desto größer ist der Schaden. Eine Situation, die Frankreichs große Kunststiftungen als dramatisch bezeichnen. Gemeinsam rufen sie nun zur Jagd auf die Betrüger auf.
Seit es Kunst gibt, wird sie gefälscht, doch steht der Kampf gegen die Betrüger erst am Anfang. «Der Verdacht auf Fälschungen ist ein heikles Thema. Kein Museum, keine Galerie und kein Sammler gibt gern zu, im Besitz von Fälschungen zu sein», sagte Véronique Wiesinger, Präsidentin der Pariser «Fondation Alberto et Annette Giacometti», die seit 2003 gegen die Fälschungen des Schweizer Jahrhundertkünstlers ohne Unterlass kämpft.
Zusammen mit den Stiftungen Picasso, Dali, Maillol und Rodin hat die Giacometti-Fondation eine Arbeitsgruppe gegründet, die von Frankreichs Kulturminister unterstützt wird. Ziel ist es, eine rechtliche Grundlage zu schaffen, die die Fälschungen von Kunstwerken so behandelt wie die falschen Louis Vuitton- und Hermès-Taschen - der Besitz einer Fälschung ist kein Delikt.
Das Problem der Kunstfälschungen trifft auf weit weniger Verständnis als die Fälschung von Markenartikeln, bei der ganze Industriezweige und deren Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen, erklärte die Präsidentin der Stiftung, die erst vor kurzem einen mit 10 000 Euro dotierten Preis ins Leben gerufen hat. Dieser soll Ausstellungen, Werke, Bücher, Internetportale oder Dokumentarfilme zum Thema Urheber- und Kunstrecht auszeichnen und dadurch die Öffentlichkeit sensibilisieren.
Der Kauf gefälschter Markenprodukte ist längst kein Kavaliersdelikt mehr. Käufern und Importeuren drohen bis zu 15 000 Euro Strafe. Gefälschte Markenartikel werden von der Polizei nach der Beschlagnahmung vernichtet - falsche Kunstwerke hingegen oftmals an die Besitzer zurückgegeben. Deshalb sei es wichtig, dass auch auf europäischer Ebene etwas geschehe, fordert Wiesinger.
Die Beschlagnahmung von mehr als 1000 falschen Giacometti-Skulpturen hat erst im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt. Auch in Polen werden Fälschungen des Schweizer Künstlers in industriellem Ausmaß vermutet. «Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs», wie Wiesinger sagte. Erst vor wenigen Wochen sollen wieder rund 50 falsche Giacometti in Deutschland aufgetaucht sein.
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