| Abschied von Bildhauer Jo Jastram |
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| Montag, 21. Februar 2011 um 06:50 Uhr | ||
Rostock (dpa/mv) - Mit einer öffentlichen Trauerfeier haben am Freitag etwa 600 Familienmitglieder, Freunde, Kollegen und Rostocker Bürger vom Bildhauer Jo Jastram Abschied genommen. Er hinterlasse eine große Lücke, nicht nur im künstlerischen Bereich, sagte der Maler und Freund des Verstorbenen, Ronald Paris, in der Nikolaikirche. Jastram, von dem in Rostock und Umgebung diverse Kunstwerke zu sehen sind, war im Januar im Alter von 82 Jahren gestorben. Er war vor der Trauerfeier im engsten Familienkreis beigesetzt worden. In der Kunsthalle ist derzeit zum Gedenken an Jastram eine Sonderausstellung mit 23 Skulpturen aus eigenen Beständen zu sehen. Neben Paris würdigten auch sein Schüler und Bildhauer Michael Mohns, der Schriftsteller Volker Braun und der Mediziner Horst Klinkmann den Verstorbenen.
Nach Klinkmanns Worten hat Jastram, ein «faszinierender Lebensbejaher», menschliche Maßstäbe gesetzt, die seinem Wirken und seinen Werken eine Stimme, ein Herz und eine Seele gegeben haben. «Dies ist sein kostbares Vermächtnis, und der größte Dank an ihn ist es, es zu nutzen.» Seine Kunst sei immer beeindruckend beständig gewesen. Sie folgte zwar einer festen Meinung, sei aber frei von Rechthaberei und Zugeständnissen gewesen. Klinkmann schaffte es, die Anwesenden der Trauerfeier zum Lächeln zu bringen, als er von Jastrams unverbrauchter Jugendlichkeit in seiner Schaffensfreude sprach. Diese sei ein erstaunliches Beispiel dafür, wie menschliche Kraft dem fortschreitenden kalendarischen Altern trotzt, auch wenn er über die Jahrzehnte hinweg «besorgte medizinische Hinweise zur Lebensgestaltung» weitgehend ignoriert habe.
Jastram war ein gefragter Bildhauer, der mit seinen Werken zum Thema Wasser vor allem in ostdeutschen Städten viele Spuren hinterlassen hat. Der Brunnenbau beschäftigte ihn sein ganzes Leben lang. Als bekanntestes seiner Werke gilt der «Brunnen der Lebensfreude» am Universitätsplatz in Rostock. Bekannt sind auch der «Fischerbrunnen» in Greifswald sowie die «Afrikanische Reise» im Rostocker Stadthafen, die er selbst als «eine meiner wichtigsten Arbeiten» bezeichnete. Jastram, der in Kneese (Nordvorpommern) zu Hause war, hinterließ seine Frau, die Grafikerin Inge Jastram, und vier Kinder aus zwei Ehen.
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