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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Künstler des Aufbruchs: Oskar Kokoschka zum 125. Geburtstag - Von Irmgard Rieger, dpa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 24. Februar 2011 um 06:43 Uhr

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Zwar ist sein Werk in internationalen Museen und Institutionen als unbestrittene Größe präsent. Doch anders als die Zeitgenossen Schiele oder Klimt wurde Oskar Kokoschka nie zu einer prägnanten, mit dem Wien der Jahrhundertwende verknüpften «Marke».

 

Wien (dpa) - Der Jugendstil-Künstler Gustav Klimt war sein Lehrer, der Architekt Adolf Loos förderte ihn, als junger Student wurde er Mitarbeiter der renommierten «Wiener Werkstätte». Oskar Kokoschka (1886-1980), der talentierte Sohn eines Goldschmiedes aus Pöchlarn in Niederösterreich, schuf sich in der Künstlerszene im Wien der Jahrhundertwende mit kühnen Ansätzen rasch einen Ruf. Sein Werk ist vielfältig und reicht von der Literatur bis hin zur Malerei. Am Dienstag (1. März) jährt sich sein Geburtstag zum 125. Mal.

 

Doch anders als der schillernde Jugendstil, in dessen Umfeld Kokoschkas frühes Werk entstand, bleiben seine Arbeiten düster und verschlossen. Das ist für die Kunsthistorikerin Carla Schulz-Hoffmann, stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, ein Grund dafür, weshalb sein Schaffen heute weniger populär ist als Arbeiten etwa eines Klimt oder Egon Schiele: «Da wird tief in der Farbe, dem "Fleisch" gewühlt, das rührt sehr an die eigenen dunklen Seiten». Doch auch im Vergleich zu anderen deutschen Expressionisten, deren Ansatz Kokoschka näher stand, bleiben seine Werke weniger zugänglich.

 

Während der depressive Hintergrund etwa bei Ernst Ludwig Kirchner von der größeren Farbigkeit etwas überlagert wird, zeigt Kokoschka seine dunkle, selbstquälerische Grundstimmung auch in der Oberfläche. «Kirchner scheint auf den ersten Blick sehr viel sinnlicher, es gibt eine große Diskrepanz zwischen dem, was ich sehe, und dem, was dahinter liegt», erklärt die Kunsthistorikerin. «Das ist bei Kokoschka nicht so.»

 

Kokoschka gehörte im Wien der Jahrhundertwende zu den Künstlern des Aufbruchs, die ein Unbehagen an der Tradition, aber auch an der gesellschaftlich-politischen Situation einte. Seinen ersten, skandalträchtigen Auftritt in der Öffentlichkeit hatte der junge Künstler als Literat: Sein Bühnenstück «Mörder, Hoffnung der Frauen» erntete bei der Uraufführung 1908 wütende Proteste.

 

Und der 22-Jährige bekam zu spüren, was es hieß, gegen Konventionen und Geschmack im bürgerlichen Wien zu verstoßen: Er verlor seinen Assistenzjob an der Kunstgewerbeschule, ging zunächst in die Schweiz und dann nach Berlin. Erst drei Jahre später, als sich die Wogen geglättet hatten, kehrte er nach Wien zurück.

 

Bald trat Kokoschka als Vertreter einer neuen, leidenschaftlichen Ausdrucksform hervor. Mit farblich expressiven Landschaften und Porträts von großer psychologischer Eindringlichkeit erntete er gleichermaßen Bewunderung wie Ablehnung. Eine unglückliche Beziehung zu Alma Mahler-Werfel kostete ihn fast den Verstand. Er verewigte sie in dem Gemälde «Windsbraut», das heute als eines der zentralen Werke des österreichischen Expressionismus gilt.

 

Es blieb eine emotionale Erschütterung, die ebenso wie das Entsetzen über die Erlebnisse als freiwilliger Kriegsteilnehmer im Ersten Weltkrieg sein inneres Bewusstsein prägte. Oft war er auf Reisen, zunächst freiwillig, dann gezwungenermaßen: 1934 musste er als von den Nazis verfemter Künstler seine Heimat verlassen. Er ging zunächst nach Prag, emigrierte dann nach London und erhielt 1947 die britische Staatsbürgerschaft. Mit seiner Frau Olda lebte er von 1953 bis zu seinem Tod am 22. Februar 1980 in Villeneuve in der Schweiz.

 

In den 1950er und 60er Jahren schuf Kokoschka vor allem Porträts, etwa von Papst Pius, Theodor Heuss oder Konrad Adenauer. Auch seine charakteristischen Städtebilder entstanden in dieser Zeit. Als Bühnenbildner schuf er Ausstattungen am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. Kokoschka arbeitete auch weiterhin als Schriftsteller und fügte seinen frühen, von expressionistischem Pathos getragenen Dramen wie «Hiob» ein reifes erzählerisches Werk hinzu. In Salzburg gründete er die «Schule des Sehens», die nach wie vor als Sommerakademie junge Talente fördert.

 



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