| Kunstfestspiele mit Westwood-Mode und «Trinkperformance» |
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| Donnerstag, 24. Februar 2011 um 06:43 Uhr | ||
Hannover (dpa/lni) - Die Herrenhäuser Gärten sind eines der bekanntesten Wahrzeichen Hannovers - von Ende Mai an werden sie Schauplatz für die zweite Auflage der Kunstfestspiele Herrenhausen. Das Festival, das einen Brückenschlag zwischen unterschiedlichsten Kunstrichtungen bietet, wurde im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben und lockte 7000 Besucher an.
Diesmal steht es unter dem Motto «Entfesselte Welten». «Wir haben damit genau ins Schwarze getroffen, es bewegt sich wahnsinnig viel in der Welt», sagte Intendantin Elisabeth Schweeger bei der Programmvorstellung am Mittwoch. Den Auftakt macht ein Abend auf dem Catwalk, bei dem die englische Mode-Ikone Vivienne Westwood Kreationen zu Musik von Georg Friedrich Händel zeigt. Bis zum 19. Juni gibt es alte und neue Musik, Installationen, Stummfilme mit Live-Musik, Performances und eine «Akademie der Spiele» für Kinder und Jugendliche.
Skurrile Akzente setzt der österreichische Komponist Georg Nussbaumer, der unter anderem mit Laienschaupielern und Freiwilligen Wagners «Ring des Nibelungen» auf dem Sunset Boulevard in Los Angeles inszenierte. Für Hannover plant er eine «Trink- und Klangperformance» mit Rotweinflaschen, die das Publikum nach und nach austrinken darf (Untertitel: «Sinkender Ton und steigende Stimmung - eine Berauschung. Gemeinsame Einübung der Partitur am Beginn jeder Aufführung.») Darüber hinaus will Nussbaumer präparierte Flügel, betrieben von Benzinmotoren, durch den Barockgarten in Herrenhausen rollen lassen.
Komponist und Regisseur Heiner Goebbels präsentiert sein Musiktheater «Max Black», in dem er Arbeiten des gleichnamigen US-Philosophen mit Texten von Georg Christoph Lichtenberg und Ludwig Wittgenstein montiert. «Das ist eine Art Gehirnsolo, eine Oper für das Gehirn», kündigte Schauspieler André Wilms an, der schon mit Aki Kaurismäki und Claude Chabrol arbeitete.
Hannovers Kulturdezernentin Marlis Drevermann will Herrenhausen mit den Kunstfestspielen weiter als Marke und als zentrale Kulturstätte in Hannover etablieren. Schon jetzt ziehen die Musicalaufführungen im Gartentheater, der Feuerwerks-Wettbewerb, der beliebte Kleinkunst-Abend «Kleines Fest im Großen Garten», das Festival «Tanztheater International» und das Wintervariete jedes Jahr mehrere zehntausend Besucher an. Einen weiteren Besucherschub erhofft sich die Stadt durch den Wiederaufbau des Schlosses in Herrenhausen, das bis Ende kommenden Jahres an alter Stelle neu entsteht.
http://kunstfestspiele.hannover.de
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