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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Buddha-Statuen von Bamian vor zehn Jahren zerstört Von Can Merey und Farhad Peikar, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 28. Februar 2011 um 06:44 Uhr

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Vor zehn Jahren sorgten die Taliban weltweit für Entsetzen, als sie die Buddha-Statuen von Bamian zerstörten. Es sollte eine der letzten Schreckenstaten ihres Terror-Regimes sein. In Bamian hassen die Menschen die Taliban bis heute.

 

Kabul (dpa) - Die leeren Nischen im zentralafghanischen Bamian sind ein gigantisches Mahnmal, eine bittere Erinnerung an die blinde Wut der radikalislamischen Taliban. Am 1. März vor zehn Jahren begannen die selbst ernannten Gotteskrieger damit, die beiden 38 und 55 Meter hohen Buddha-Statuen zu zerstören. Buddhistische Mönche hatten sie im 6. Jahrhundert in einem schier unglaublichen Kraftakt aus dem Fels gehauen. Die Taliban machten die Drecksarbeit nicht selbst: Der Einheimische Syed Mirsa Hussain musste gegen seinen Willen mithelfen, die unersetzlichen Statuen zu zerstören.

 

Hussain lebte damals in einer Höhle in der Nähe der Statuen, er war beim Einmarsch der Taliban nach Bamian-Stadt nicht schnell genug geflohen. Er und die meisten anderen Bewohner der Provinz Bamian gehören der schiitischen Minderheit der Hasara an, gegen die die sunnitischen Herrscher brutal vorgingen. Nach Schätzungen von Einwohnern wurden in der Provinz tausende Schiiten getötet, offizielle Zahlen liegen nicht vor. Die Menschen in Bamian haben die Massaker nicht vergessen. Sie hassen die Taliban bis heute.

 

Hussain steckten die Taliban 2001 ins Gefängnis, er berichtet über Folter und Prügel. «Ich betete zu Gott für einen schnellen Tod, um nicht diese ewigen Qualen erdulden zu müssen», erinnerte er sich im vergangenen Jahr. Während Hussain gequält wurde, machten sich die Taliban daran, die Buddha-Statuen zu zerstören. Zunächst beschossen sie die Statuen mit Panzerfäusten und anderen schweren Waffen, dann legten sie Dynamit an die Füße. Doch die buddhistischen Mönche hatten ganze Arbeit geleistet. Die Statuen hielten Stand.

 

Also zwangen die Taliban Hussain und drei weitere Einheimische, ihnen bei ihrem weltweit kritisierten Vorhaben zu helfen. Der Familienvater erzählte, er sei jeden Morgen aus dem Gefängnis geholt worden. Taliban-Kämpfer hätten ihn dann von oberhalb der beiden Statuen an einem Seil herabgelassen, um mit einem Schraubenzieher Löcher in den Stein zu bohren. In die Löcher habe er verdrahtete Sprengladungen stecken müssen, dann sei er hochgezogen worden. Die Taliban hätten die Sprengsätze anschließend ferngezündet. Tagelang habe es gedauert, bis die massiven Statuen zerstört gewesen seien.

 

«Wir waren sehr wütend», sagte Hussain. «Die Statuen waren nicht nur für Bamian und Afghanistan bedeutsam, sondern für die ganze Welt.» Schon zuvor hatten die Taliban in Afghanistan etliche andere Kunstgegenstände vernichtet, vor allem solche, die Menschen abbildeten - was nach ihrer kruden Auslegung des Islam verboten war.

 

Omara Khan Massoudi war unter dem Regime der Bilderstürmer Vize-Direktor des Nationalmuseums in Kabul, heute ist er der Chef des Museums in der afghanischen Hauptstadt. Wegen der Zerstörungswut der Taliban gegen das Nationalerbe, so sagt Massoudi heute, habe er damals seinen Job quittiert. «Meine Aufgabe war es, die Kunstgegenstände zu schützen.»

 

Immer wieder wird über den Wiederaufbau der gigantischen Buddhas von Bamian diskutiert, konkrete Pläne aber gibt es nicht. «Zwischen 30 und 50 Millionen Dollar würden benötigt, um die zerstörten Statuen zu restaurieren», sagt Massoudi. Er glaubt, seine Landsleute hätten angesichts der schwierigen Lage in Afghanistan kein Verständnis für solche Ausgaben. «Die Menschen haben keine Kliniken oder Schulen, es mangelt ihnen sogar an Essen. Wie könnten wir dann so viel Geld für den Wiederaufbau (der Statuen) bezahlen?»

 

Der Museumsdirektor sagt: «Die Zerstörung dieser Statuen hat Afghanistan in den Augen der Internationalen Gemeinschaft entehrt.» Er persönlich glaubt, «dass wir, wenn sich die Lage verbessert, eine Statue wieder aufbauen sollten und die andere nicht. Dann könnten zukünftige Generationen sehen, was in diesem Land passiert ist, und sie könnten sich selbst ein Urteil bilden.»

 



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