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Wolfenbüttel (dpa/lni) - Kultur kann nach Meinung des Direktors der Bundesakademie für kulturelle Bildung die Welt nicht nur schöner, sondern auch friedlicher machen. «Kultur hilft bei der Zivilisierung des Umgangs miteinander», sagte Karl Ermert in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Ermert leitet die Akademie seit 1999, zum Jahresende geht er in den Ruhestand. Rund 2500 Kulturvermittler aus ganz Deutschland - von Museumsführern über Buchautoren, Lehrern, Theatermachern bis zu Chorleitern - besuchen jährlich die Seminare der Akademie.
«Auseinandersetzungen mit anderen Gesellschaften wird nicht unbedingt einfacher, aber gewaltfreier, wenn man ihre kulturellen Wurzeln kennt und respektieren lernt», sagte Ermert. Wenn die Schieflage allerdings zu groß werde, könne auch keine Bildung mehr vor Gewalt helfen, betonte er im Blick auf rechte Gewalt. «Hitler hat auch die Musik von Wagner gemocht», erinnert er. Bildung sei zwar keine Versicherung gegen Gewalt, aber doch ein wichtiger Impuls, um Konflikte anders zu lösen.
«Wenn Deutschland sich als Kulturland versteht, sollte alle Menschen Gelegenheit haben, an Kultur teilzunehmen und zwar so, dass sie damit etwas anfangen können», fordert Ermert. Die Beschäftigung mit der Kunst helfe, sich selbst zu erfahren und sich im Verhältnis zu anderen Personen zu sehen. Extreme Positionen seien dann nicht mehr zu halten. «Ich glaube an die Macht und Wirkung der humanistischen Bildung», sagte er.
Die Bundesakademie für kulturelle Bildung wurde 1986 gegründet. Neben dem Land Niedersachsen beteiligt sich auch der Bund an der Finanzierung. Das Programm richtet an alle, die im Kulturbetrieb arbeiten, insbesondere in der Kulturvermittlung.
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